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Bluray „Imaginaerum“: Letzte Tag im Leben als surreales XXL-Musikvideo

In seinem Koma-Traum ist Tom wieder jung - und erliegt den Verlockungen des grimmigen schneemanns. Foto: Nightwish

In seinem Koma-Traum ist Tom wieder jung – und erliegt den Verlockungen des grimmigen schneemanns. Foto: Nightwish

Imaginaerum“ erzählt, singt und zeigt den letzten Tag im Leben des Komponisten Tom. Der opulent visualisierte und vertonte Traum der finnischen Metal-Band „Nightwish“ bewegt sich irgendwo zwischen surrealistischem Bildermeer, Freak-Show und XXL-Videoclip, umrankt von Nightwish-Klängen – oder ist es eher umgekehrt?

Stückwerk mit rotem Faden verschnürt

In symbolgeladenen Traumsequenzen marschieren Zinnsoldaten, Zirkus-Freaks und Monster auf. Foto: Nightwish

In symbolgeladenen Traumsequenzen marschieren Zinnsoldaten, Zirkus-Freaks und Monster auf. Foto: Nightwish

Man merkt dem nun erschienenen Bluray-Film jedenfalls die Musikclip-Wurzeln an: Zwar fügen sich all diese Szenen aus realer und Traumwelt durchaus zu einem Ganzen, doch – wie auch die Bonussektion der Videoscheibe bestätigt – waren da zuerst die einzelnen Visualisierungsideen für Nightwish-Titel, die erst im Nachhinein von Regisseur Stobe Harju zusammen wurden.

Audiovisuelle Achterbahnfahrt durch eine Lebensspanne

Der Zuschauer sieht den gealterten Musiker Tom, der ins Koma fällt, seine Tochter, die sich ein Leben lang zurückgewiesen fühlte, und doch nicht widerstehen kann, im nun leeren Haus des Vaters dessen Welt zu entschlüsseln. In diese Rahmenhandlung ist die innere Reise des alten Mannes in seine eigene Kindheit und wieder zurück in die Gegenwart eingebettet – als Traumsequenzen voller Symbole, Erinnerungsfetzen und zu Monstern geronnener Verfolgsängste.

Werbevideo (Englisch, Nuclear Blast):


Keine Frage: Das Zusammenspiel von surrealem Szenarien und Musik funktioniert und macht „Imaginaerum“ zu einer imposanten audiovisuellen Achterbahnfahrt. Zu einem nahtlosen Guss verschmilzt all dies allerdings nicht ganz, dafür haben die Finnen die Eigengesetze von Erzählung und Kinoleinwand zu wenig beachtet – zudem manch Szene auch etwas ins Plakativ-Sentimentale abgleitet. Dafür aber haben die Ausstatter ganze Arbeit geleistet und einen feinen Sinn für wirkungsstarke visuelle Details bewiesen.

Foto: Nightwish

Foto: Nightwish

Fazit:

Metal-Fans und Nightwish-Anhänger kommen in „Imagniaerum“ auf jeden Fall auf ihre Kosten. Cineastisch gesehen, fehlt dem Film indes erzählerische Stringenz, die über einen roten Faden hinausgeht. Dennoch: ein Erlebnis für Augen und Ohren. Heiko Weckbrodt

Imaginaerum by Nightwish“ (Solar Films/ Capelight Pictures), surrealistischer Musikfilm, Regie: Stobe Harju, 86 Minuten, Bonusmaterial: Making Of, Musikvideo u.a., FSK 12, Bluray und DVD jew. 17 Euro

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