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Europas Wettbewerbsfähigkeit mit Halbleiterzentren wie Dresden und Grenoble vernüpft

Reaktionen auf die neue EU-Mikroelektronik-Strategie

In der sächsischen Wirtschaft und Politik ist die neue Mikroelektronikstrategie der EU auf ein positives Echo gestoßen. Allerdings fordern viele Akteure nun auch ein stärkeres Engagement des Bundes für diese Schlüsseltechnologie. Hier einige Reaktionen:

Jens Drews. Foto: Silicon Saxony

Jens Drews. Foto: Globalfoundries

Jens Drews (Globalfoundries): „Das ist ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Mikroelektronik in Europa. Die Kommission hat erkannt, dass die europäische Wettbewerbsfähigkeit eng mit der Weiterentwicklung der Halbleiterzentren Dresden, Eindhoven/Leuven und Grenoble verbunden ist. In der konkreten Umsetzung der Strategie in Deutschland ist jetzt vor allem die Bundesregierung gefragt.“

 

 

 

 

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Abb.: J. Jeibmann/Staatskanzlei

Stanislaw Tillich. Abb.: J. Jeibmann/ Staatskanzlei

Stanislaw Tillich (CDU, sächsischer Ministerpräsident): „Ich bin der EU-Kommission dankbar, dass sie mit einer offensiven Kampagne Europa als Spitzenstandort der Chipindustrie voranbringen möchte. Die Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation besser zu koordinieren und damit größere Effekte zu erzielen, ist der richtige Ansatz. Nur so können unsere vorhandenen Stärken im internationalen Wettbewerb besser zum Tragen kommen … Das klare Bekenntnis der EU-Kommission ist ein wichtiger Schritt, dem nun auch das Bundesforschungsministerium und das Bundeswirtschaftsministerium folgen sollten. Gerade in der Chipindustrie ist aufgrund der hohen Forschungs- und Entwicklungskosten Kooperation der Schlüssel zum Erfolg.“

 

 

 

 

Helmut Warnecke. Abb.: Silicon Saxony

Helmut Warnecke. Abb.: Silicon Saxony

 (Vorstand „Silicon Saxony“ und Geschäftsführer Infineon Dresden): „Wir sind hocherfreut, dass die Mikroelektronik so deutlich von der EU zum Strategiethema erklärt wird. Darauf haben Wirtschaft, Politik und Forschung in Dresden und ganz Sachsen über Jahre hingearbeitet. Insbesondere ist es uns gelungen, in Brüssel die hohe Bedeutung der Region Dresden bewusst zu machen. Jetzt hoffen wir, dass sich diese Grundsatzentscheidung, deren praktische Konsequenzen derzeit noch nicht völlig klar sind, zu attraktiven Bedingungen für alle Akteure hier am Standort führt – für kleine und mittlere Unternehmen genauso wie für die großen. Die gesteckten Ziele sind jedenfalls ehrgeizig.“

 

 

 

Dresdens amtierender OB Dirk Hilbert. Abb.: LHD Dresden

Dirk Hilbert. Abb.: LHD

Dirk Hilbert (FDP, Dresdens Wirtschaftsbürgermeister):Die Mikroelektronik ist ein globaler Markt. Wir freuen uns, dass die EU jetzt den Impuls setzt, mit einer abgewandelten Strategie inklusive einer fokussierten Förderkulisse zu arbeiten. Das ein Schritt in die absolut richtige Richtung und würde uns hier in Dresden enorm helfen.“

(Stimmen gesammelt von Heiko Weckbrodt)

Zum Beitrag:

EU will Europas Mikroelektronik in höhere Liga heben

1 Kommentare

  1. Pessimist sagt

    Wer sich ein wenig in der Szene auskennt stellt sich sofort folgende Fragen:
    Welche europäische Firma will denn noch in Europa oder sogar in Deutschland investieren?
    Welche Firma soll denn Interesse an 450mm Scheiben haben?
    Woher kommt das Geld??

    Infineon ???
    Die leben sehr gut von der Automobilindustrie. Bekanntlich sind die Anforderungen um Lichtjahre hinter Sub 20nm Technologien zurück. Eine solide 90nm Rentnertechnologie ist völlig ausreichend um solides Geld zu verdienen. Die nicht solide Tochter Qimonda ist schon lange tot.
    Die 300mm Poweraktivitäten laufen auf kleinster Flamme und der Entwicklungsstandort ist Villach. Die Österreicher haben sehr viel mehr Einfluss bei dem Münchner Management als das Dresdner Management. Also nichts für den Standort Dresden.

    ST???
    Lässt nur noch im Auftrage fertigen. Natürlich käme hier GF in Frage. Aber warum soll nach der Rieseninvestition im goldenen Amerika eine weitere Investition in Europa durch GF erfolgen. Außerdem gibt es bei ST überhaupt nur wenig erfahrene Leute die so etwas stemmen könnten.

    GF ??
    Wie gesagt die investieren in USA und nicht hier. Außerdem !!! Förderpolitisch ist GF keine europäische Firma.

    Deutschland hat erwiesener Massen kein Interesse an der Mikroelektronik zumindest nicht im Leading Edge Bereich.

    Somit nichts als heiße Luft von der EU.
    Oder ???

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