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Fraunhofer-Projekt: Künstliche Augen dimmen das Licht

Schalter waren gestern: Autarke Sensoren sollen richtige Beleuchtung errechnen

Smartphone statt Schalter: Sibnd die Sensoren zu blöd, können die Nutzer die Beleuchtung künftig auch mit dem Handy einstellen. Foto: Franhofer EAS

Smartphone statt Schalter: Sibnd die Sensoren zu blöd, können die Nutzer die Beleuchtung künftig auch mit dem Handy einstellen. Foto: Franhofer EAS

Dresden, 17. Mai 2013: Um Energie zu sparen und Couch-Faulenzern entgegen zu kommen, tüfteln Forscher aus Dresden und Kassel mit Industriepartnern derzeit an einem sensorengespickten Beleuchtungssystem. Das soll automatisch erkennen können, ob Menschen im Büro oder im Wohnzimmer sind und was sie gerade tun – um je nachdem das Licht zu selbstständig zu dimmen, ein- oder auszuschalten.

Das Bundesforschungsministerium fördert dieses Projekt „EnKonSens“ („Energieautarke Mobilität für kontextsensitive Gebäudeautomatisierung“) in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 2,4 Millionen Euro. Federführend ist der Dresdner Institutsteil Entwurfsautomatisierung (EAS) des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS). Beteiligt sind außerdem die Universität Kassel, Telefunken, die EnOcean GmbH und die BSC Computer GmbH.

Künstliche Augen saugen Energie autark aus der Umgebung

Die Forscher wollen dabei unter anderem energieautarke Sensoren einsetzen, die ihren Strom aus ihrer Umgebung gewinnen („Energy Harvesting“), zum Beispiel aus Licht und Bewegungen im Raum. Diese künstlichen Augen sollen dann ermitteln, ob zum Beispiel ein Mensch auf dem Sofa sitzt und liest oder am Schreibtisch arbeitet und daran die Beleuchtung anpassen. Ist keiner im Raum, wird das Licht ausgeschaltet. Die Nutzer selbst können das Licht bei Bedarf manuell per Computertelefon (Smartphone) oder Tablettrechner nachjustieren – dafür wollen die Ingenieure ein besonders intuitives Benutzerkonzept entwickeln.

„Allein durch diese Maßnahmen kann Energie in erheblichem Maße eingespart und die Lebenszeit von Leuchtmitteln verlängert werden“, kündigte das EAS an. „Denn selbst LED-Leuchten altern mit zunehmender Nutzungszeit und benötigen dann für denselben Lichtausstoß bis zu 20 Prozent mehr Energie als zu Beginn ihres Einsatzes. Zusätzlich wird Energie durch die Entwicklung besonders effizienter Schalter und der dazugehörigen Schaltungskonzepte erreicht, mit denen Lampen gesteuert werden.“ Heiko Weckbrodt

Nachtrag: Ein Ingenieur aus der Praxis sieht das etwas anders als die Fraunhofer-Leute – siehe Kommentar unten

Zum Weiterlesen:

LED-Himmel fürs Büro

OLED-Designerleuchten von Novaled

1 Kommentare

  1. Hallo Herr Weckbrodt,
    Ihren Artikel bezüglich der Lichtsteuerung über Sensoren, die quasi unser Verhalten detektieren und auf Grund dieser Informationen  das Licht steuern, habe ich mit Interesse gelesen.
    Mir ist jedoch folgende „Unschärfe“ aufgefallen:
    Beim Langzeitverhalten von LEDs spielen die zeitlichen Veränderungen ihrer Emissionseigenschaften eine große Rolle –
    dies haben Sie auch in Ihrem Artikel korrekt beschrieben. Die Intensität der Emissionsstrahlung nimmt mit der Zeit ab. In den LED Spezifikationen wird im Allgemeinen die Zeit angegeben (L70), die angibt, bis die Emmisionsstrahlung der LED – sprich die Lichtstärke – auf 70% des Anfangswertes der, unter konstanten Bedingungen betriebenen LED, abgefallen ist.
    Dadurch erhöht sich jedoch nicht die Energiezufuhr der LED um die Anfangs-Helligkeit zu erhalten, sondern die LED ist nach – z.B. 25.000 Std. – schlichtweg um ca. 70% dunkler. 
    Um die Anfangs-Helligkeit zu erhalten, müsste die Stromzufuhr erhöht werden, die erfodert jedoch eine komplizierte elektronische Schaltung mit Rückkopplung der Lichtstärke. Diese Schaltung haben aber nur hochprofessionelle Lichtsysteme integriert, nicht jedoch die Rerofit-LED-Lampen oder sonstige LED-Beleuchtungen für den „Normal-Verbraucher“.
    Diesen Eindruck lassen Sie jedoch entstehen, dass die LED-Beleuchtung im Allgemeinen, mit fortschreitenen Alter is zu 20% mehr Strom verbraucht (um die Anfangs-Helligkeit zu halten) – und dies ist eben nicht an dem.
    Die LED-Lampe verliert an Helligkeit, jedoch nicht wirklich wahrnehmbar für das menschliche Auge, da dies ein sehr langsamer Prozess ist und man sich an die geringere Helligkeit gewöhnt. In den seltesten Fällen würde man nach Zeit „L70“ die LED wechseln, weil sie zu dunkel ist. 
    Daher ist die realistische Benutzungsdauer der LED-Lampe sehr wahrscheinlich länger als der L70-Wert dies angibt.
    Mit freundlichen Grüßen, 
    Ronald Wiggert, 
    Homesphäre, 
    http://www.led-4-home.de

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