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Bluray „Die Hüter des Lichts“: Wer hat schon Angst vorm Schwarzen Mann?

Etwas anders, als man sie sich meist vorstellt: Osterhase und Weihnachtsmann, die ewigen Konkurrenten. Abb.. Paramount

Etwas anders, als man sie sich meist vorstellt: Osterhase und Weihnachtsmann, die ewigen Konkurrenten. Abb.. Paramount

Osterhase zum Weihnachtsmann: „He Keule, es gibt Probleme im Zahnfee-Palast!“ Nein, ein kuschliges Wollknäuel ist der Eierverstecker in „Die Hüter des Lichts“ nun wirklich nicht. Eher ein Zwei-Meter-Ghetto-Hase mit zwei Bumerangs, der Bösewichten das Fell über die Ohren zieht. Und auch die anderen Ikonen unserer Kindheits-Mythologie von Sandmann bis Nikolaus wirken im neuen „Dreamworks“-Animationsabenteuer, das nun fürs Heimkino verfügbar ist, als ob sie einem japanischen Superhelden-Anime entsprungen seien.

Ende des Mittelalters stützt Albtraum-Bringer in Sinnkrise

Filmanriss (Paramount):


Ins Zentrum haben die Macher einen schlaksigen Teenager gestellt, den hierzulande kaum einer kennt: „Jack Frost“, in den USA der Winterbringer, ist hier ein einzelgängerischer Knabe, der noch nach seinem Platz in der Kindersagenwelt sucht, die ganz und gar davon lebt, dass die lieben Kleinen an sie glauben. Das hat auch der Schwarze Mann erkannt, der seit dem Ende des Mittelalter ein Glaubwürdigkeitsproblem hat und deshalb beschließt, Jack Frost auf seine Seite zu ziehen, um den Kindern eine kalte Welt voller Albträume zu bescheren…

Der Weihnachtsmann ist ein knurriger Kosak

Gebissfetischistin: Die Zahnfee begeistert sich für Jack Frosts Beißerchen. Abb.: Paramount

Gebissfetischistin: Die Zahnfee begeistert sich für Jack Frosts Beißerchen. Abb.: Paramount

Wie schon die Drachen-Animationsfilme um Jung-Wikinger Hicks aus dem gleichen Hause heben sich die „Hüter des Lichts“ vom oft so plakativen und stromlinienförmigen Hollywood-Computertrick mit immer den selben Kernbotschaften angenehm ab. Das mag am burschikosen und ironischen Grundton liegen, aber auch an den – für US-Verhältnisse – ungewöhnlichen Ausflügen in inszenatorische Experimente. Der Weihnachtsmann zum Beispiel erinnert hier an einen russischen Kosaken, der „Schwarze Mann“ an einen samtigen Dandy, dessen Schloss von einem deutschen Expressionisten der 1930er entworfen sein könnte.

Auch die grafiktechnische Umsetzung ist Dreamworks wieder einmal brillant gelungen. Da verzeiht man gelegentliche rührselige Noten.

Abb.: Paramount

Abb.: Paramount

Fazit:

„Die Hüter des Lichts“ stehen glücklicherweise eher in der Tradition von „Drachenzähmen leicht gemacht“ als „Madagascar“, punkten insofern eher mit Zwischentönen als mit Klamauk – wenngleich die Story um den Jung-Wikinger Hicks für sich etwas stringenter war. Auf jeden Fall einer der besseren „Dreamworks“-Filme, die man uneingeschränkt Kindern wie Erwachsenen ans Herz legen kann. Heiko Weckbrodt

„Die Hüter des Lichts“ (Dreamworks/Paramount), USA 2012, 97 Minuten, Bonussektion mit Schneeballschlacht- und Zahnfee-Spielen sowie kurzen Dokus über die Produktion, FSK 6, DVD zehn Euro, Bluray 15 Euro

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