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Windkraft-Flaute: Sachsenwerk rechnet mit Stagnation

Kein Rückenwind mehr: Das Geschäft mit Windturbinen lahmt. Foto: VEM

Kein Rückenwind mehr: Das Geschäft mit Windturbinen lahmt. Foto: VEM

Dresden, 3- April 2013: Vor allem wegen der Flaute in der Windkraftbranche rechnet das Dresdner Sachsenwerk in seinem Jubiläumsjahr 2013 – das Unternehmen wurde vor 100 Jahren gegründet – mit einer eher schwachen Geschäftsentwicklung, obwohl die Umsätze zuletzt erneut gestiegen waren. „Die Windpark-Unternehmen arbeiten zwar ihre Projekte noch ab, aber neue Aufträge kommen keine mehr“, sagte Sprecherin Sabine Michel.

VEM-Antriebe für Straßenbahnen, Odin-Kreuzfahrer und U-Bahnen

Dabei verlief das vergangene Jahr für die VEM-Gruppe, deren Leitbetrieb das Sachsenwerk ist, durchaus gut: So lieferten die Dresdner beispielsweise Fahrmotoren für neue Niederflur-Straßenbahnen im ukrainischen Lemberg (Lviv) sowie in St. Petersburg und Kaliningrad in Russland. Auch werkeln neue VEM-Antriebe demnächst in amerikanischen Schleppschiffen, in „Odin“-Kreuzfahrtschiffen, chinesischen Schiffen und diversen U-Bahnen.

Ingenieur Sebastian Chyla bereitet im VEM-Werk Wernigerode einen weißen Transnorm-Motor für die Hannover-Messe vor. Die VEM-Motoren sind mit einem stromsparenden Kühlsystem und Funkchips ausgestattet, aus denen die Kunden die technischen Daten des Aggregats schnell auslesen können. Foto: Wolfgang Koglin/ VEM

Ingenieur Sebastian Chyla bereitet im VEM-Werk Wernigerode einen weißen Transnorm-Motor für die Hannover-Messe vor. Die VEM-Motoren sind mit einem stromsparenden Kühlsystem und Funkchips ausgestattet, aus denen die Kunden die technischen Daten des Aggregats schnell auslesen können. Foto: Wolfgang Koglin/ VEM

Vor allem Stammwerk in Dresden konnte zulegen

Unterm Strich wuchs der Gruppenumsatz im Jahr 2012 um 1,4 Prozent auf über 280 Millionen Euro. Insgesamt beschäftigte VEM zum Jahresende reichlich 1700 Mitarbeiter, fast 100 mehr als im Jahr 2011. Auch der Hauptstandort Dresden, das Sachsenwerk, legte zu: Der Personalstamm wuchs leicht auf 612 Mitarbeiter, der Umsatz kletterte um 5,9 Prozent auf 117,4 Millionen Euro.

Da aber vor allem kaum noch neue Generatoren für Offshore-Windparks auf dem Meer bestellt werden – bisher eine Triebfeder für VEM -, trüben sich die Aussichten für den traditionsreichen Elektroanlagenbauer ein. „Wenn wir in diesem Jahr den 2011er Umsatz halten, sind wir schon gut“, schätzte Michel ein.

Sachenwerk mit 100 Jahren elektrischer Tradition

Die Wurzeln des Dresdner Sachsenwerks gehen bis auf das Jahr 1886 zurück, offiziell gegründet wurde es aus einer Fusion von Vorgängerunternehmen am 3. März 1903. Der Betrieb gehörte bis zum Ende der DDR zu den größten Elektromaschinenbauern in Deutschland.  Heute ist es Teil der VEM-Gruppe, deren Fabriken in Dresden, Berlin, Wernigerode und Zwickau vor allem Motoren, Generatoren und ähnliche elektrische Anlagen zum Beispiel für Züge, Walzwerke, Schiffe und Windparks fertigen. Laut eigenen Angaben verrichten weltweit derzeit rund 30 Millionen VEM-Motoren ihren Dienst. Heiko Weckbrodt

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