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WordPress-Erweiterung „WP-VGWort“ ebnet Bloggern Weg zum Tantiemen-Scheck

Euro-Münze. Abb.: Wikipedia

Abb.: Wikipedia

München/Dresden, 24. Februar 2013: Im Internet wird oft und gern über die Rechte-Verwertungsgesellschaften geschimpft – ein abrupter Sinneswandel tritt freilich bei vielen Autoren ein, wenn sie ihren ersten VG-Wort-Scheck bekommen haben. Zwischen 120 und 150 Millionen Euro nimmt die in München ansässige „Verwertungsgesellschaft Wort“ pro Jahr für Zweit- und Drittverwertungen von Berichten, Reportagen und anderen Texten bei den Betreibern elektronischer Pressespiegel, bei Bibliotheken, Kopiererherstellern und anderen ein und schüttet einen wesentlichen Teil davon an die bei ihr registrierten Geistesschaffenden aus.

Seit einiger Zeit können auch Internet-Autoren davon profitieren, wenn andere ihre Texte weiterverwursten. Das kann im Jahr ein paar Dutzend Euros ausmachen, aber durchaus auch den Gegenwert einer neuen Graka ausmachen. Freilich ist das Verfahren noch recht kompliziert. Um Bloggern das Leben diesbezüglich etwas zu vereinfachen, haben zwei Dresdner ein kostenloses und recht komfortables Erweiterungsmodul (Plugin) für das weitverbreitete Publikationsprogramm „Wordpress“ entwickelt.

Zählmarken sind das „Google Analytics“ der VG Wort

Hintergrund: Wer nur im Netz publiziert und keinen vollständigen Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort abgeschlossen hat, muss sich zumindest beim TOM-Portal („Texte online melden“) der VG Wort registrieren und sich dort digitale Listen mit „Zählmarken“ laden. Die Marken muss man dann nacheinander als unsichtbare Pixel in die HTML-Codes der jeweiligen Artikel einfügen. Sie messen dann die Zugriffe auf den Artikel – ähnlich wie bei Google Analytics, aber nach einem speziellen VG-Verfahren. Ausschüttungen gibt es nur für Online-Texte mit einer Mindestbesucherzahl, die die VG Wort jedes Jahr neu festlegt. Weitere Bedingung: Der Text muss mindestens 1800 Anschläge umfassen (inklusive Leerzeichen, Gedichte ohne Mindestlänge). Man sieht schon: Einfach ist anders.

Plugin erleichtert Einbau der Tantiemen-Pixel

Dieses Procedere vereinfacht nun das „VG Wort-Plugin“ von Markus und Ronny aus Dresden. Einmal in die eigene WordPress-Installation integriert, zählt es die Artikellänge (wegen der 1800-Zeichen-Bedingung), fügt unter das Editor-Fenster eine Copy&Past-Eingabe-Maske für die aktuelle Zählmarke ein und erweitert die Artikelübersicht um eine Spalte, die anzeigt, ob der jeweilige Text schon eine Zählmarke hat oder nicht. Das Plugin solle Bloggern und anderen Netzautoren, sich auf das zu konzentrieren, was sie wirklich wollen, erklärte Mit-Autor Ronny Siegel: Schreiben.

Sicher könnte man sich noch ein paar Sahnehäubchen obendrauf wünschen, etwa die Möglichkeit eines automatischen Imports aus der Zählmarkenkiste. Oder eine schmalere VG-Wort-Spalte in der Artikelliste. Aber schon im jetzigen Funktionsumfang erleichtert die Erweiterung das ansonsten umständliche Marken-Procedere spürbar. Also dann: Mögen die Tantiemen fließen… Heiko Weckbrodt

WP-VGWORT“, Tantiemen-Plugin-In für WordPress (ab 3.0), kostenlos, Ladeadresse hier

-> Weitere Erläuterungen seitens der Autoren sind hier und hier zu finden.

2 Kommentare

  1. Nachdem ich mir gerade mal wieder die ellenlange Erklärung der VG Wort angeschaut und mich gefragt hatte, ob sich der Aufwand lohnt, stieß ich auf diesen Hinweis auf das Plugin. Super, gleich umgesetzt und nun bin ich gespannt. Vielen Dank!

  2. Ich habe davon schon gehört. Das Plugin ist sicherliche erst einmal hilfreich. Was mir zu bedenken gibt ist, dass es nicht zwischen dem Veröffentlicher und dem Texter unterscheiden kann.

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