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Suche nach der 2. Erde: Frage ist nicht mehr ob, sondern wann

Die Visualisierung zeigt, wie Kepler 22b möglicherweise aussieht. Abb.: NASA

Visualisierung: NASA

Erdorbit, 8. Januar 2012: In den Weiten des Weltalls gibt es weit mehr Planetensysteme ähnlich dem unseren, als noch vor wenigen Jahren angenommen: Allein das NASA-Weltraumteleskop „Kepler“ im Erdorbit hat inzwischen 2740 Planetenkandidaten, die über 2000 Sterne umkreisen, identifiziert. Darunter sind 467 Systeme mit mehreren Planeten. Das geht aus dem jüngsten Bericht des „Kepler“-Stabes hervor. „Die Frage ist nicht mehr länger, ob wir einen wahren Zwilling der Erde finden, sondern wann dies geschieht“, schätzte „Kepler“-Wissenschaftler Steve Howell ein.

Die NASA hatte das „Kepler“-Teleskop im März 2009 im Erdorbit platziert. Seitdem wertet das Instrument kleine Helligkeits-Änderungen weit entfernter Sterne aus – diese Änderungen deuten auf den Transit von Planeten hin. Die „Kepler“-Daten bedürfen freilich stets einer Bestätigung durch weitere Beobachtungen, bevor sich die Forscher sicher sein können, dass es sich tatsählich um einen Exo-Planeten handelt. Daher ist auch stets die Rede von „Planetenkandidaten“.

Auch andere Forschungsteams suchen mit alternativen Methoden im All nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Erst im vergangenen Herbst hatten Forscher der europäischen Südsternwarte ESO sowie ein Team der Unis Hertfordshire, Dresden und Göttingen erdähnliche Planeten entdeckt.

Unter den bisher gesichteten Kandidaten sind die allermeisten Gasriesen ähnlich dem Jupiter oder Neptun in unserem Sonnensystem. Das dort Leben in unserem Sinne existieren kann, ist extrem unwahrscheinlich. Allerdings sind in der NASA-Datenbank auch 351 Kandidaten mit einer erdähnlichen Masse und darunter einige, die in der – in unsere Sinne – bewohnbaren Zone ihrer Sterne kreisen, wo es weder zu kalt noch zu heiß für flüssiges Wasser ist. Heiko Weckbrodt

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