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Intel und Plastic Logic wollen Tablet-Markt revolutionieren

Die biegsamen Bildschirme aus Dresden sind die Grundbausteine für die neuen "Papier-Tablettrechner". Foto: PL/Human Media Labs

Die biegsamen Bildschirme aus Dresden sind die Grundbausteine für die neuen „Papier-Tablettrechner“. Foto: PL/Human Media Labs

Paper-Tabs kombinieren biegsames elektronisches Papier zu einem Tablettrechner mit vielen Bildschirmen

Cambridge/Dresden/Kingston, 7. Januar 2013: Die Tablett-Computer der Zukunft könnten elektronischen Papierblättern ähneln, die man biegen, zusammenfügen und durch simple Berührungen miteinander „reden“ lassen kann. Entsprechende Prototypen unter der Bezeichnung „PaperTab“ haben heute Intel, Plastic Logic (PL) und die kanadische „Queens University“ vorgestellt. Sie basieren auf den flexiblen 10,7-Zoll-Kunststoff-Bildschirmen, die PL in seinem Dresdner Werk herstellt. Diese sind mit einem ebenfalls biegsamen Touch-Screen (berühungssensitiven Bildschirm) überzogen. Für die Datenverarbeitung sorgt ein Core-i5-Prozessor von Intel.

Biegsame Tablettrechner mit der Anmutung von Papier

Die Paper-Tabs sind de facto mehrere papierblatt-ähnliche Tablettcomputer, die man miteinander wie ein Papierstoß kombiniert oder sie wie verbundene Bildschirme auf dem Schreibtisch ausbreitet. Neben der haptischen Anmutung von dickem Papier ist ein weiterer Clou das Bedienkonzept: Jeder einzelne Paper-Tab kann ein eigenes Programm oder Dokument anzeigen, die man durch Fingergesten und Biegebewegungen steuert.

Video über das Bedienkonzept von "Human Media Labs" (Englisch):

Innovatives Bedienkonzept mit interagierenden Bildschirmen

Will man zum Beispiel ein Foto versenden, berührt man mit dem Bildschirmblatt (Paper-Tab), auf dem das Foto zu sehen ist, das nächste Bildschirmblatt mit dem E-Mail-Programm – das Bild fließt dann in die E-Mail. Auch Kopien und andere Interaktionen zwischen den Tablett-Blättern sind durch bloße Berührung möglich. „Mit mehreren Dokumenten zu arbeiten wird durch die Kombination mehrerer PaperTabs deutlich erleichtert“, meint Roel Vertegaal, der Direktor des „Human Media Labs“ an der „Queens University“, in dem das neue Bedienkonzept entwickelt wurde. „In fünf oder zehn Jahren werden die meisten Computer, seien es nun Ultrabooks oder Tablets, aussehen und sich anfühlen wie solche Blätter gedruckten farbigen Papiers“, prophezeit er.

Heute Präsentation auf der CES in Las Vegas

Plastic Logic und die „Human Media Labs“ wollen ihre neuen Paper-Tabs morgen auf der „Consumer Electronics Show“ (CES 2013) in Las Vegas offiziell vorstellen. Angaben zu Verfügbarkeit und Preisen machten die Uni und PL nicht. Dem noch etwas provisorisch wirkendem Design der Demonstratoren nach zu schließen, ist bis zur Marktreife aber noch ein Stück Weg zu gehen.

Plastic Logic versucht bereits seit geraumer Zeit, neue Anwendungsfelder für seine biegsamen Kunststoffbildschirme zu finden. Das englischstämmige Unternehmen hatte ab 2007 in Dresden für rund 100 Millionen eine Bildschirm-Fabrik hochgezogen und wollte zunächst daraus eigene Lesegeräte (eReader) für elektronische Unterlagen und Bücher bauen. Dies scheiterte aber, vor allem, weil PL zu lange brauchte, um zu serienreifen Ausbeuten in der Produktion zu kommen. Deshalb strukturierte sich das Unternehmen im vergangenen Jahr um, reduzierte seine Belegschaft in Dresden und will nun als Bildschirm-Zulieferer für andere Endprodukt-Hersteller agieren. Heiko Weckbrodt

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