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Interesse an Stasi-Akten steigt wieder

Abb.: BStU

Abb.: BStU

Berlin, 4. Januar 2012: Obwohl die Erstürmung der Stasi-Zentralen inzwischen 22 Jahre zurückliegt, bleibt das Interesse am Studium der ostdeutschen Geheimdienst-Akten hoch: Im vergangenen Jahr gingen beim Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen (BStU) und dessen Außenstellen insgesamt 88.231 Anträge auf persönliche Akteneinsicht ein, das waren knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Behörde heute in Berlin mitteilte.

Neben dem individuellen Blick auf die eigene Akte spielen aber auch Anträge von Journalisten, Historikern und anderen Forschern immer noch eine große Rolle: 1430 entsprechende Anträge gingen beim BStU im Jahr 2012 ein. Themen dabei waren unter anderem der Einsatz politischer DDR-Häftlinge für den IKEA-Möbelbau, der Einfluss des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS, landläufig auch Stasi genannt) auf die Studentenbewegung, die ostdeutschen Geheimdiensterkenntnisse über Alt-Nazis in der Bundesrepublik – und Dauerbrenner wie der Verbleib des Bernsteinzimmers.

Dass gerade das Interesse der Forscher so groß ist, nimmt kaum Wunder: Normalerweise bleiben staatliche Akten jahrzehntelang unter Verschluss. Im Falle des DDR-Geheimdienstes wurden aber nach der politischen Wende in der DDR Sonderreglungen getroffen, die einen fast uneingeschränkten Blick hinter die Türen eines der berüchtigsten Geheimdienste der Welt ermöglichten. Insofern bleiben auch die auf der politischen Bühne diskutierten Vorschläge, die Stasi-Unterlagenbehörde aufzulösen und ihre Akten ins Bundesarchiv zu überführen, umstritten. Heiko Weckbrodt

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