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3D Film Hype – 3 gute Gründe gegen 3D Filme

Häuser der Hobbits in Neuseland | (c) by  Daniel Peckham - Flickr.com

Häuser der Hobbits in Neuseland | Foto:  Daniel Peckham – Flickr.com

3D ist der neue Hype im Kino, zumindestens, wenn es nach den Filmemachern in Hollywood geht. Doch leider kann ich mich dieser Entwicklung nicht anschließen. Nach mehreren 3D Filmen und den zuletzt gesehen Streifen von Peter Jackson weiß ich nun endgültig, 3D wird mich nicht von meiner Couch holen. Hier nun meine Gründe, warum für mich 3D versagt hat:

3D Film: Der Effekt und nicht die Story stehen im Vordergrund

Vielleicht geht es nur mir so, aber nach jedem 3D-Film fällt es mir schwer, mich an die Geschichte des Films zu erinnern. okay: Im Groben und Ganzen weiß ich, um was es ging, aber ein 3D-Film bleibt mir vor allem wegen der 3D-Effekte in Erinnerung. Waren diese gut, dann war der Film gut. Sollte dies aber das Kriterium für einen guten Film sein? Ein Film sollte meiner Meinung nach nicht aufgrund der CGI-Effekte bewertet werden, sondern wegen der Handlung und schauspielerischen Leistung (mal von Trickfilmen abgesehen).

Alles plastisch und doch wie Pappmache-Figuren im 3D-Film

Noch etwas fiel mir auf. Bei 3D-Filmen, bei denen echte Schauspieler eingesetzt wurden, wirkten die 3D-Effekte alles andere als plastisch. Ich habe stattdessen den Eindruck, man präsentiere mir eines dieser Aufklappbücher, bei denen wie durch eine Wunder eine Kulisse aufgebaut wird. Bei diesen hat man auch Tiefenwirkung. Und wenn sich das Ganze noch etwas bewegen würde, wäre man nicht weit von den heutigen 3D-Filmen entfernt.

Der Regisseur bestimmt im 3D Film was wir sehen sollen

Es gibt noch einen weiteren Punkt, der mich vor allem bei 3D Filmen stört. Es geht dabei darum, was ich sehen soll. Im echten Leben bestimme ich, worauf sich mein Auge fokussiert. Im Film entscheidet dies der Regisseur für mich. Gerade bei Aufnahmen mit mehreren Personen werden scheinbar unwichtige Personen verschwommen dargestellt, um eine Tiefenwirkung zu erzielen. Ich finde dies störend, meistens dann, wenn sich diese Personen auch bewegen. Automatisch versuche ich zu erkennen, was da gerade geschieht, leider ohne Erfolg.

Wie siehst du dies? Gefallen dir 3D-Filme, findest du diese super oder hast du auch etwas an dieser Entwicklung auszusetzen. Poste deine Meinung hier unten in die Kommentare. Und wenn du mir zustimmt, dann klickt einfach auf einen der folgenden Social-Community-Buttons. Ronny Siegel

Kategorie: Filme

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Über sich selber etwas zu schreiben ist wohl eines der schwierigsten Dinge. Ich versuche es trotzdem. Mein Name ist Ronny Siegel. Auf Computer-Oiger blogge ich über Software und Filme. Mehr über mich findest du auf meiner Google+ Seite. In diesem Sinne "Kreise mich ein", wenn du mehr erfahren möchtest ;)

9 Kommentare

  1. gabi sagt

    Also ich finde nichts generell Verwerfliches daran, wenn man einen Film extra auf 3D auslegt, um mit eben diesen Effekten die Zuschauer ins Kino zu locken. Viele Actionfilme verfahren ja nach gleichem Prinzip. Die Story steht da häufig auch hinten an und sollte besser nicht mehr im Nachhinein erörtert werden, wenn der Film in guter Erinnerung bleiben will. Die akute Unterhaltung steht da eben im Vordergrund. 3D kann genauso funktionieren, muss aber nicht. In „Life of Pi“ zum Beispiel konnte man durchaus Beides genießen, tolle Effekte und eine gute Geschichte (das Buch mit eben dieser gab’s ja aber auch schon vorher). Und ja, 3D ist (noch) nicht perfekt. Der Aufklappbuch-Effekt ist definitiv vorhanden, dennoch sind einige der Effekte äußerst beeindruckend und können auch einen „normalen“ Film bereichern. Wenn man mal an die Anfänge des 3D zurückdenkt, sieht man auch, welche Fortschritte die 3D-Technik gemacht hat. Ich hoffe daher, dass wir bald zu einem Standard gelangen, welcher allen Zuschauern ein kopfschmerzfreies und rundes Filmerlebnis ohne 5-minütige Eingewöhnungsphase ermöglicht. Mir machts aber auch jetzt schon Spaß.

    • Ronny Siegel sagt

      Aufgrund der vielen Meinungen gehe ich in der Zwischenzeit auch davon aus, dass sich um 3D eine Fangemeinde bilden wird. Und solange es davon reichlich gibt, wird auch die Entwicklung weiter gehen. Na mal sehen wohin das Ganze führt 😉

  2. crusier sagt

    Mir wird bei 3D Filmen schwindelig und damit bin ich nicht alleine. Ähnlich ist es bei 3d Spielen. Das wird aber die Hersteller nicht interessieren, solange sie die breite Masse, mit dem „Prädikat“ 3D einfangen können. Es ist ja in anderen Lebensbereichen ähnlich, die (moderne) Technik wird für die Masse gemacht, kommen „Minderheiten“ damit nicht klar, erst mal völlig egal…dabei kann man sich dem in einigen Bereichen nicht so einfach entziehen wie im Falle 3D-Kino.

  3. Elisa Day sagt

    Hallo Ronny !
    Ich schliesse mich Deiner Meinung an. So sehr ich mich auf den Hobbit gefreut habe, so gut ich ihn fand, so sehr bin ich von 3D genervt. Ich habe das Problem – und das ausschliesslich bei 3D – das ich nur den Abschnitt den ich direkt fokussiere scharf sehe. Um möglichst viel vom Leinwandspektakel aufnehmen zu können, muss ich quasi die ganze Zeit die komplette Leinwand „abscannen“. Im Endergebnis geh ich mit ordent Kopfschmerzen aus dem Kino. Normalerweise hab ich auf beiden Augen 113% Sehkraft. An einer fehlenden Brille kann es nicht liegen. Das nimmt mir natürlich schon etwas die Freude am Film. Ich habe permanent das Gefühl etwas Entscheidendes zu verpassen. Ich freu mich auf die DVD um den Film nochmal in Gänze zu geniessen.

  4. Hi Ronny,
    man sollte da kein Entweder-Oder daraus machen, sondern jeden Film einzeln unter die Lupe nehmen. Sicher sind in den vergangenen zwei Jahren viele 3D-Filme auf die Leinwand gekommen, die entweder nachträglich umgewandelt wurden und entsprechend mies aussahen oder andererseits nur auf platte 3D-Effekte setzen. 3D ist eben ein stilistisches Mittel bzw. eine formale Entscheidung, die klug eingesetzt werden sollte.
    Gerade beim kleinen Hobbit kann man m. E. eher darüber streiten, ob Peter Jackson die Story-Balance wirklich durchweg gelungen ist, wenn er aus einem relativ kleinen Kinderbuch einen 9-Stunden-Erwachsenen-Film gemacht und dabei Tolkiens Kinderelemente drin gelassen hat. Andererseits hat er den hohen technischen Aufwand (HFR, 5K etc) eben nicht dick aufgetragen, sondern (außer anfangs) eher dezent eingesetzt.
    Dass die neue Auflösung und Frame-Rate ein ungewohntes Seherlebnis bedeuten und da auch noch am Finish gefeilt werden muss, liegt in der Natur von neuen Techniken. Was glaubst Du wohl, wie oft dein Argument 1 (oder verwandte Einwände) seinerzeit beim Übergang vom Stumm- zum Tonfilm, vom SW- zum Farbfilm oder von der Analog- zur Digitalprojektion gekommen ist? Stummfilme gibt es heute zwar kaum noch, aber weiterhin 35-mm-Filme, SW-Fotografie etc. – es ist eben immer eine Einzelentscheidung, was stilistisch im konkreten Fall sinnvoll ist.
    Und beim Argument 3 machst Du dir – glaub ich – was vor: Inszenierte Bewegtbilder, sei es nun Fernsehen oder Kino, sind seit jeher suggestiv und manipulierend – auch beim 2D-Film überlässt kein (handwerklich versierter) Regisseur den Fokus des Zuschauers dem Zufall.
    Mit dreidimensionalen Grüßen
    Heiko

    • Ronny Siegel sagt

      @Heiko: Sicherlich kann der 3. Punkt eine Frage der Gewöhnung sein. Vielleicht liegt dies aber auch in unserer Natur,dass wir versuchen Dinge die sich bewegen automatisch auch zu fokussieren. (könnte gut mit unserem Überlebenstrieb zusammen hängen). Wenn der Regisseur aber meint, bestimmte Bewegungen im Hintergrund unscharf zu stellen und mein Auge versucht diese zu schärfen, kann ich mich weniger bei dem Film entspannen. Oder ist dir dies noch nicht aufgefallen?

      • Hi Ronny,
        ich bin auch etwas irritiert, weil die meisten HFR-Kritiker eigentlich eher anprangern, damit sei ihnen ALLES zu scharf. Möglicherweise hast Du eigentlich dieses Problem: Man versucht unwillkürlich, alle Scharf-Bereiche zu entschlüsseln und ist von der Fülle überfordert – das ist in der Tat ein HFR-Problem.
        Aber noch mal zu den techn. und stilistischen Fragen: Es ist allgemein bekannt, dass ein gewisser Prozentsatz der Zuschauer (die Angaben schwanken zwischen 10 und 30 %) physiologisch nicht mit 3D-Projektion überhaupt klar kommt (und i. d. R. davon Kopfschmerzen bekommt). Schon von daher bin ich skeptisch, dass sich 3D in den nächsten Jahren 100%-ig durchsetzt. Das Problem liegt in Fehlprojektionen, Doppelbildern und überhaupt visuellen Fehlinfos, die mit unserem natürlichen Sehgewohnheiten nicht übereinstimmen. Wenn die im Gehirn ankommen, versucht es verzweifelt, die Daten zu „schlüssigen“ Bildern zusammenzusetzen – und wird dabei in einem längerem Zeitraum überfordert. Die Folgen sind klar.
        Als ich vor Jahren das erste Mal 3D-Kino (damals analoges) gesehen habe, hab ich dem ganzen wenig Chancen über die Nische hinaus gegeben. Digitalprojektoren in Kombi mit hochwertigen Shutter-Brillen und richtig geeichtem Timing haben diese Probleme inzwischen aber drastisch reduziert und ich denke, dass sich dies weiter verbessern wird.
        Freilich hängt das auch an den Regisseuren, die in 3D eben auch stilistisch anders arbeiten müssen als in 2D – leider haben da viele Filmemacher der jüngeren Vergangenheit in der Gier, die „neue“ Projektionstechnik auszureizen, viele Fehler gemacht.
        Im klassischen Foto und Kino-Film ist die Bestimmung von Unschärfe-Bereichen ein gängiges Mittel, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf bestimmte Akteure oder Anläufe auf der Leinwand zu lenken. Das ist bei HFR und 5K natürlich ein Problem. Darüber hinaus können aber auch andere Mittel wie Farb- und Lichtfokussierung dafür eingesetzt werden – das muss dann aber eben der Regisseur wirklich bedenken. Und vielleicht finden sich im Zuge des 3D-Booms in Zukunft ja auch ganz neue formelle Stil-Mittel…
        Grüße
        Heiko

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