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Bitkom: Liberalisierung des Telefonmarktes vor 15 Jahren war Erfolgsmodell

Abb.: Bitkom

Abb.: Bitkom

Telefongebühren auf ein Hundertstel gesunken, 82 Prozent nutzen schnelles Internet

Berlin, 28. Dezember 2012: Die Freigabe des Festnetztelefon-Marktes vor 15 Jahren – am 1. Januar 1998 – hat sich für die Deutschen ausgezahlt: Im Schnitt bezahlen sie jetzt nur noch etwa ein Hundertstel der damaligen Tarife für Inlandstelefonate. Auch im Breitbandmarkt hat sich die Liberalisierung als Erfolgsmodell erwiesen, schätzt der deutsche Hightech-Verband „Bitkom“ in Berlin ein. Mittlerweile nutzen 82 der Haushalte in der Bundesrepublik schnelle Internetanschlüsse (DSL, UMTS, Satellit, TV-Kabel etc.), vor zehn Jahren waren es erst neun Prozent. Damit hat Deutschland auch im Europa-Vergleich deutlich aufgeholt.

„Der Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt hat gleichzeitig zu einer extremen Leistungssteigerung wie zu einem beispiellosen Preissturz geführt“, meint Bitkom-Präsident Dieter Kempf. „In diesem Wettbewerb sind die Kunden die klaren Gewinner.“

US-Gespräche von 74 auf unter ein Cent pro Minute gefallen

Besonders spürbar ist der Preisverfall im Telefonie-Markt: Löhnten die Deutschen 1997 für ein Inlandsgespräch tagsüber noch 31 Cent pro Minute, ist dieser Taktpreis inzwischen auf deutlich weniger als ein Cent gefallen, in vielen Tarifen sind Inlands-Gespräche sogar pauschal inbegriffen. Der Minutentaktpreis für Telefonate gen USA sank im selben Zeitraum von 74 Cent auf unter ein Cent.

Preisdruck auch durch Breitband-Ausbau

Unter Preisdruck geraten sind die klassischen Telefonie-Preise aber nicht nur durch den starken Wettbewerb der Anbieter, sondern auch durch die Konkurrenz internetbasierter Telefondienste. Denn die Zeiten, in denen die Telekom DSL-Zugänge sparsam zuteilte und teuer verkaufte, sind längst vorbei – Konkurrenten wie Vodafone haben längst eigene Glasfasernetze aufgebaut. Seit Beginn der Liberalisierung haben die Netzbetreiber mehr als 100 Milliarden Euro in die Netz und Infrastruktursysteme investiert, hieß es vom Bitkom. Zudem bieten auch TV-Kabel-Betreiber wie „Kabel Deutschland“ Internet und Telefonie über ihre nun rückkanalfähig ausgebauten Netze. Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz durch drahtlose Datenfunkverbindungen wie UMTS, HSDPA und LTE. Heiko Weckbrodt

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