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„National Instruments“ kauft Dresdner Handyfunk-Forschungsfirma „Signalion“

Die Signalion-Ingenieure entwickeln in Dresden Testgeräte und -umgebungen für LTE und andere Mobilfunklösungen. Abb.: Signalion

Die Signalion-Ingenieure entwickeln in Dresden Testgeräte und -umgebungen für LTE und andere Mobilfunklösungen. Abb.: Signalion

50 Entwickler und Führung werden übernommen

Dresden, 11. Dezember 2012: Der texanische Systementwickler „National Instruments“ (NI) hat die Dresdner Funktechnik-Forschungsfirma „Signalion“ übernommen. Das teilten beide Unternehmen heute in einer gemeinsamen Meldung mit. „Signalion“ ist auf Testgeräte zum Beispiel für den neuen Handy-Datenfunkstandard „Long Term Evolution“ (LTE) und dessen Nachfolger spezialisiert. Die Firma beschäftigt rund 50 Ingenieure, Techniker und andere Experten im Dresdner Waldschlösschen-Areal. Auch nach der Übernahme sollen die Gründer Dr. Tim Hentschel and Dr. Thorsten Dräger die Leitung in der Forschungsfirma behalten.

Texaner wollen durch den Deal ihre Marktposition stärken
NI-CEO James_Truchard. Abb.: NI

NI-CEO James_Truchard. Abb.: NI

„Signalion hat in enger Kooperation mit der Technischen Universität Dresden ein Topteam aus Forschern und Entwicklern aufgebaut, das an den neuesten Standards wie LTE, LTE-Advanced und sogar der fünften Generation vom Funktechnik arbeitet“, betonte NI-Chef James Truchard. „Diese Expertise und das starke Produktportefeuille stärkt unsere Marktposition.“ Über die finanziellen Details der Übernahme vereinbarten die Partner indes Stillschweigen.

NI hat weltweit rund 6600 Mitarbeiter, die darauf spezialisiert sind, Ingenieuren und Wissenschaftlern in Kundenunternehmen und –instituten Entwicklungswerkzeuge für Innovationen bereit zu stellen. Insgesamt hat das in 1976 in Austin/Texas gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben über 35.000 Kunden weltweit.

Signalion war Ausgründung von TUD-Fettweis
Prof. Gerhard Fettweis tüftelt in der Informatik-Fakultät der TU Dresden an der Nanoelektronik von übermorgen - nachdem er sich zuvor als LTE-Koryphäe ausgetobt hatte. Abb.: hw

Prof. Gerhard Fettweis tüftelt in der Informatik-Fakultät der TU Dresden an der Nanoelektronik von übermorgen – nachdem er sich zuvor als LTE-Koryphäe ausgetobt hatte. Abb.: hw

Signalion wiederum entstand 2003 als Ausgründung des Vodafone -Lehrstuhls für mobile Datenkommunikation von Prof. Gerhard Fettweis an der TU Dresden. Von anfänglich zehn Mitarbeitern hat sich der Personalstamm inzwischen verfünffacht.

Parallele zu „Blue Wonder“-Weg

Die hoch spezialisierte Firma ist übrigens nicht die erste Fettweis-Ausgründung, die einen solchen Weg geht: Die auf das Design von Mobilfunk-Chips fokussierte Unternehmen „Blue Wonder“ beispielsweise war ebenfalls eine TU-Ausgründung, gehörte zunächst zu NXP, dann zu Infineon und wurde schließlich von Intel übernommen (Der Oiger berichtete). Heiko Weckbrodt

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