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Shooter-Spiel „Far Cry 3“: Amüsier-Jason mutiert zum Piratenjäger

Auf der scheinbar idyllischen Insel entspinnt sich ein tödliches Katze-und-Maus-Spiel mit gemeinen Piraten. Abb.: Ubisoft

Auf der scheinbar idyllischen Insel entspinnt sich ein tödliches Katze-und-Maus-Spiel mit gemeinen Piraten. Abb.: Ubisoft

„Far Cry“ bleibt den tropischen Inseln treu: Im dritten Teil der Shooter-Reihe fällt eine Horde amüsierwütiger junger Amerikaner auf einem pazifischen Eiland blutrünstigen Piraten in die Hände. Nur Jung-Jason entkommt und schlägt sich durch den Dschungel zu einem etwas obskuren Rebellenstamm durch. Der rüstet ihn auf und sendet ihn aus, die piratischen Funktürme der Insel zu erobern, um die Freibeuter zu besiegen und – vielleicht – seine Freunde zu befreien. Und dabei wird natürlich vor allem eines: herzhaft drauflos geballert.

Upgrade bei Tatoo

Wie schon im Vorgänger, der bereits unter Ubisoft- statt Crytek-Regie entstand, sind in „Far Cry 3“ eher rollenspielartige Missionen abzuarbeiten. Eine durchgängige Spiel-Kampagne wie in der Konkurrenz-Welt von „Crysis“ entsteht daraus nicht wirklich. Auch sonst sind die Anleihen im Nachbargenre unverkennbar. Je mehr Missionen man freispielt, um so mehr Tätowierungen tackern einem die Wilden in die Haut und die wiederum schalten magische „Upgrades“ wie „länger tauchen“, „aufgeheizte Granaten“ etc. frei. Auch lernt man nach und nach, aus unterwegs gepflückten Pflanzen, ausgeweideten Jagdtieren und anderen Fundstücken neue Ausrüstungen herzustellen, zum Beispiel größere Beuterucksäcke oder Halfter, mit denen man mehr Wummen durch die Gegend buckeln kann.

Ubisoft-Werbevideo (nix für Kinder):

Viele Missionen, wenig Kampagne

Wie schon bei „Far Cry 2“ dürften sich an diesem Konzept die Geister scheiden: Die rollenspielartige Missionsstruktur eröffnet dem Spieler einige Freiheiten, wie er sich zum Finale durchzockt. Doch der eingefleischte Shooter-Fan wird Ubisofts neues 3D-Actionspiel wohl etwas zu beliebig finden: Da kurvt man in klapprigen Autos hin und her und weiß oft gar nicht so recht warum.

Speichern verboten
Ja, richtig so: Gegen Helikopter braucht man eine schwere Wumme. Abb.: Ubisoft

Ja, richtig so: Gegen Helikopter braucht man eine schwere Wumme. Abb.: Ubisoft

Abgesehen davon nervt die spielkonsolen-artige Speicherpolitik: Spielfortschritte werden nur an vordefinierten Stellen gespeichert und da man Zwischensequenzen auch nicht überspringen kann, muss man sich nach virtuellen Toden unter Umständen immer und immer wieder den selben Kram angucken.

Feine Grafik, eigener Koop-Modus

Dafür sind Spielephysik und Grafik wieder mal vom Feinsten: Die gut animierten Spielfiguren machen vorgerenderte Videos überflüssig, Pflanzen- und Tierwelt sind beeindruckend in Szene gesetzt und unsere Aktionen wirken sich auch in Details unmittelbar auf die Spielewelt aus. Das Spiel ist aus guten Gründen nicht für Minderjährige freigegeben: Es geht blutig und brutal zu und das wird ziemlich realistisch zelebriert.

Sehr erfreulich: Ubisoft hat auch einen separaten Koop-Modus mit eigener Story (Schiff wird von Piraten gekapert, Überlebende müssen sich durchschlagen) eingebaut, bei dem man gemeinsam mit Freunden die bösen Korsaren niedermähen kann. Eine permanente Internetverbindung ist freilich gefordert, da schlägt wieder die Raubkopie-Angst der Spieleindustrie durch.

Fazit:

Grafisch opulenter Actionshooter mit Rollenspiel-Elementen, der dem Spieler viele Freiheiten gibt, der aber erzählerisch eher beliebig wirkt. Dramaturgische Hochspannung wie bei „Crysis“ will da nicht so recht aufkommen. Heiko Weckbrodt

Far Cry” (Ubisoft Montreal), 3D-Shooter/Rollenspiel, USK 18

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