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AMD bestellt weniger Chips bei Globalfoundries

US-Konzern kauft sich mit Strafgeld aus Liefervertrag
Wafer mit 45-nm-Chips. Abb.: GF

Abb.: GF

Sunnyvale/Dresden, 8. Dezember 2012: Prozessordesigner AMD wird dem Auftragsfertiger „Globalfoundries“ (GF) weniger Chips abnehmen als bisher vereinbart. Ein entsprechendes Verhandlungsergebnis hat AMD nun in Sunnyvale/Kalifornien bekannt gegeben. Treffen wird dies wohl vor allem das Dresdner Werk, das früher AMD selbst gehörte und auf die besonderen SOI-Siliziumscheiben (Wafer) spezialisiert ist, auf denen Athlon, Opteron & Co. produziert werden.

Laut dem neu verhandelten „Wafer Supply Agreement“ (WSA) kauft der angeschlagene Chipkonzern im vierten Quartal 2012 von Globalfoundries nur Prozessoren im Wert 115 Millionen Dollar (89 Millionen Euro) von Globalfoundries. Im Jahr 2013 werden es Wafer für 1,15 Milliarden Dollar (890 Millionen Euro) sein und im ersten Quartal 2014 rund 250 Millionen Dollar (116 Millionen Euro). Im Gegenzug zahlt AMD Vertragsstrafen von 320 Millionen Dollar (247 Millionen Euro) an Globalfoundries.

Außerdem will AMD seine Entwicklungszuschüsse an GF reduzieren. Das Unternehmen wolle auf Standardprozesse für 28-Nanometer-Chips umsteigen, hieß es zur Begründung.

Der defizitäre Prozessorkonzern will angesichts schwacher Nachfrage für PC-Prozessoren und sinkender Umsätze durch das neue Abkommen seine Erlössituation verbessern. Eine ähnliche Abbestellung bei GF hatte AMD bereits in der Vergangenheit getätigt. Der US-Konzern hatte erst kürzlich Massenentlassungen angekündigt und unter anderem auch sein Forschungszentrum in Dresden aufgelöst. Heiko Weckbrodt

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