Kommentar & Glosse
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Kommentar: Wechselzirkus im „Büro der Zukunft“? Nein danke!

Nichts gegen mobiles Arbeiten, mal von daheim, mal in der Redaktion oder auch gleich mal einen Artikel unterwegs mal in die Tastatur hacken. Das praktiziere ich gern und oft. Aber wenn ich ins Büro komme, dann brauche ich „meinen“ Schreibtisch, meinen Platz, um kreatives Chaos zu verbreiten. Ich will genau da weiterarbeiten können, wo ich zuletzt aufgehört habe. Und so sehr ich meiner Chefin auch immer auszureden versuche, ganze Regenwälder durch ihre Ausdruck-Orgien von E-Mails abzuholzen, verkenne ich doch nicht: Heutztage lässt sich viel digital regeln, aber ganz ohne Papier geht’s dann doch nicht, wenn richtig viele Unterlagen zu studieren sind. Zudem vieles flattert nach wie vor „analog“ ins Haus und das wird sich auch so schnell nicht völlig ändern.

Was ich mit all dem sagen will? Geistige Arbeit braucht Konzentration, guten Kaffee – und einen festen Platz, einen Ruhepunkt, einen Raum für ein persönliches Archiv. All das passt nicht in einen Roll-Container, mit dem man von einem Wechseltisch zum nächsten sein Arbeitsleben mit sich rumschiebt. Ich fühle mich irgendwie nur höchst ungern als auswechselbarer Teil der Borg-Kollektivs, in dem der Zweite das Gewehr nimmt, wenn der Erste fällt. Wenn daraus die Zukunft besteht, dann können sich die Arbeitgeber dieser Welt ihr „Büro der Zukunft“ sonstwohin nageln. Heiko Weckbrodt

(Kommentar zu „Moderne Bürowelten bei T-Systems Dresden„)

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