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Horror-Adventure „Into the Dark“: Lass die Zombie-Huren stöhnen

Greift eine Zombie-Hure an, ist "gentlemanlike" nicht gefragt. Abb.: UIG

Greift eine Zombie-Hure an, ist „gentlemanlike“ nicht gefragt. Abb.: UIG

Ein alter Forscher stirbt – soweit nichts Besonderes. Was Samantha stutzig macht, ist, dass dessen Lebensversicherung einer seltsamen Geheimgesellschaft ausgezahlt wird. Sie setzt einen versoffenen Privatdetektiv auf den Fall an und der stolpert mitten in eine Geheimdienstverschwörung mit Zombies, Mutanten, verbotenen Experimenten und allem Pipapo. Erzählt wird diese finstere Geschichte im Independent-Horrorspiel „Into the Dark“, dessen Schock-Gruseleien ein wenig an das gute alte „Alone in the Dark“ erinnern, die teils recht bizarren Szenerien leicht an „Bioshock“.

Und eines muss man dem Zombieschocker der österreichischen Entwicklerschmiede „Homegrown Games“ lassen: Er gibt sich alle Mühe, den Spieler immer wieder mit plötzlich wie aus dem Nichts auftauchenden Monstern zu erschrecken. In der Bedienungsanleitung wird ausdrücklich empfohlen, „Into the Dark“ nachts zu spielen und bloß nicht den Bildschirm zu hell aufzudrehen, damit man auch nicht zu viel rechtzeitig sieht.

Die Mutanten tauchen gern wie aus dem nichts auf. Bekommt der Spieler zuviel ab, hat er nur noch Blut vor den Augen. Abb.: UIG

Die Mutanten tauchen gern wie aus dem nichts auf. Bekommt der Spieler zuviel ab, hat er nur noch Blut vor den Augen. Abb.: UIG

Mac Gyver lässt grüßen

Dabei sparen die Österreicher nicht mit Bizarritäten und politischen Unkorrektheiten wie stöhnenden Zombie-Huren und Nazi-Plakaten. Auch Anspielungen auf die Populärkultur der 1980er sind genussvoll eingestreut: Löst man zum Beispiel ein bestimmtes Rätsel mit Hilfe einer Planke, ertönt eine triumphierende Mac-Gyver-Melodie.

Adventure oder 3D-Horror: Genre wechselt je nach Spieltaktik

Interessant ist auch das Genrekonzept, das vom Spieler durch seine Vorgehensweise beeinflusst werden kann: Stürzt er sich auf die Rätsel, werden die Mutanten-Gegner mit der Zeit schwächer und das Spiel entwickelt sich zum Adventure. Ballert er sich mehr den Weg frei, mutiert „Into the Dark“ zum „Survival-Horror“.

Trailer (Homegrown):

Allerdings wirkt das Spiel in vielen Dingen wie unfertig, nicht ausgereift – wobei die Macher die Kühnheit besitzen, zum Beispiel Clipping-Fehler als „liebevoll“ eingefügt zu bezeichnen. Es sind allerlei kleine Misslichkeiten, die stören: Die etwas seltsame und „fest verdrahtete“ Tastaturbelegung zum Beispiel, der nervende Umstand, dass man bei jedem Tod gleich ganz aus dem Spiel herausfliegt (Aktualisierung: inzwischen per Patch behoben) oder dass es zu der englischen und oft schwer hörbaren Sprachausgabe keine Untertitel oder Übersetzung gibt.

Fazit:

Könnte ein tolles Spiel sein – wenn die Entwickler noch mal die Feinschliff-Feile zur Hand nehmen würden. Heiko Weckbrodt

„Into the Dark“ (Homegrown/UIG), Zombie-Action/Adventure, USK 18, ca. 24 Euro
 

Zum Weiterlesen: Verbesserungs-Patch für „Into the Dark“ verfügbar

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