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Amazon macht mit Kindle Fire HD weniger Miese

Amazon attackiert mit dem Kindle Fire HD den Konkurrenten Apple - und verkauft die Tablets ab Okrober auch in Deutschland. Abb. Amazon

Kindle Fire HD. Abb. Amazon

Mit einer Hand zu fassen: Apples "iPad Mini". Abb.: Apple

iPad Mini. Abb.: Apple

El Segundo, 18. November 2012: Während Apple seine exorbitanten Gewinne im Tablet-Markt durch hohe Geräte-Preise erzielt, ist und bleibt es fraglich, ob Amazon mit seinem Tablettcomputer „Kindle Fire“ jemals Geld verdienen wird: Ähnlich wie Google das „Nexus 7“-Tablet verscherbelt das amerikanische Internetkaufhaus sein Kindle annähernd zum Selbstkostenpreis und hofft auf Profite durch den Verkauf von Büchern, Musik und anderen Inhalten. Zumindest aber macht Amazon mit dem neuen „Kindle Fire HD“ nicht mehr so große Verluste wie mit dem 2011 eingeführten ersten Kindle-Tablet. Das hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens „iSuppli“ in El Segundo ergeben, dessen Analysten dafür die Basisversionen von Amazons „Kindle Fire HD“ und Apples „iPad Mini“ im wörtlichen Sinne auseinander genommen haben.

„iPad Mini“ – Produktionskosten: 198 $,  Preis: 329 $

Demnach kosten Produktion und Material für das „iPad Mini“ (Ladenpreis in den USA: ab 329 Dollar, in Deutschland ab 329 Euro) rund 198 Dollar, haben die „iSuppli“-Analysten errechnet. Auch wenn da Vertrieb und ähnliche Kosten noch nicht eingerechnet sind, dürfte dies Apple eine saftige Gewinnspanne sichern.

„Kindle Fire HD“ – Produktionskosten: 174 $, Preis: 199 $

Amazons „Kindle Fire HD“dagegen ist auf dem US-Markt für 199 Dollar zu haben (Deutschland: ab 199 Euro), Material- und Produktionskosten aber summieren sich auf 174 Dollar. Auch wenn die sonstigen Kosten für Außenstehende kaum kalkulierbar sind: Ob Amazon bei dieser Kosten-Preis-Relation auf dem Heimatmarkt überhaupt Gewinne macht, ist eher fraglich.

Doch immerhin ist die neue Tablett-Generation für das Internetkaufhaus kein klares Verlustgeschäft mehr wie das erste „Kindle Fire“, das bei identischem Einstiegspreis allein schon 202 Dollar für Material und Produktion verschlang – eindeutig ein Beispiel für Quersubventionierung, ähnliche wie auf dem Druckermarkt, wo die Hersteller ihre Geräte ebenfalls sehr billig verkaufen und ihr Geld mit der Tinte machen.

Apple und Amazon setzen auf unterschiedliche Geschäftsmodelle

Hinter den so unterschiedlichen Kalkulationen stecken eben zwei verschiedene Geschäftsmodelle: Apple lässt sich vom Käufer seine Hardware vergolden, während Amazon und Google darauf hoffen, durch Inhalte Geld zu verdienen. Bisher allerdings mit mäßigem Erfolg: Amazon kämpft wegen seiner neuen Tablet-Aktivitäten mit drastischen Gewinneinbrüchen. Und angesichts der starken Neigung der Konsumenten, vor allem Gratis-Apps und -Bücher auf den Tablets zu ziehen, dürfte wohl noch ein langer Atem vonnöten sein, bis Amazon, Google undCo. mit ihrer „Content“-Strategie in diesem Marktsegment ein solides Plus erzielen.

Zuliefer-Netze sind dafür ähnlich

Die Lieferanten für die Tablettrechner der Konkurrenten Apple und Amazon sind übrigens fast die gleichen: Die Bildschirme kommen größtenteils von LG (Südkorea) und AU Optronics (Taiwan), die Speicherbausteine von Samsung, Hynix und Elpida. Die Sensor-Mikrosysteme (Kreiskompass, Beschleunigungssensor etc.) für das iPad steuert ST Microelectronics bei, den Prozessor TSMC auf Basis des A5-Entwurfs von Apple. Amazons Kindle HD Fire wird dagegen von einem OMAP-Prozessor von Texas Instruments angetrieben.

Heiko Weckbrodt

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