News, Wirtschaft
Schreibe einen Kommentar

„IC Insight“: Nur Top-Foundries scheffeln richtig Geld

Der Primus: TSMC-Fab von innen. Abb.: TSMC

Der Primus: TSMC-Fab von innen. Abb.: TSMC

Scottsdale, 26. September 2012: Der hartumkämpfte Markt für Chip-Auftragsfertiger (Foundries) wird sich in Zukunft immer mehr teilen: in wenige große Unternehmen mit neuesten Technologien und hoher Profitabilität wie TSMC in Taiwan sowie Globalfoundries (GF) in den USA und in Deutschland und eine Heerschar kleiner Spezialfoundries, die es allerdings wegen ihrer niedrigeren Gewinnmargen wohl schwer haben werden, sich alle langfristig am Markt zu halten. Das geht aus einer Analyse des US-Marktforschungsunternehmen „IC Insights“ hervor.

Top-Technologien sind nur bei TSMC und Globalfoundries Umsatzgrößen

In ihrem Report haben die Analysten einen Zusammenhang zwischen Technologieniveau und Profit herausgearbeitet: Nur in wenigen Foundries haben neuere Chips mit Strukturgrößen gleich oder kleiner 45 Nanometer einen wesentlichen Umsatzanteil. Der liegt beim Branchenprimus TSMC bei 37 Prozent, beim Zweitplatzierten Globalfoundries sogar bei 65 Prozent – für seine modersten Halbleiter stützt sich das Unternehmen vor allem auf seine Werke in Dresden und New York. Schon die kürzlich von GF abgehängte UMC in Taiwan kommt nur noch auf elf Prozent, die chinesische SMIC auf unter ein Prozent.

Das schlägt sich direkt im Umsatz pro Siliziumscheibe nieder: TSMC kommt da auf 1190 Dollar pro Wafer, GF auf 1157 Dollar, UMSC dagegen nur auf 835 Dollar und SMIC auf 752 Dollar (umgerechnet auf 200-mm-Scheibenäquivalente). Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Netto-Gewinnen ab, wobei hier GF nicht berechnet werden konnte, da das Unternehmen ihre Gewinne nicht meldet.

Schmale Profite der Nachzügler schmälern Investions-Spielraum

Niedrige Profite – oder gar wie bei SMIC Verluste – dürften insofern den Spielraum vieler Auftragsfertiger weiter einschränken, in neue Anlagen zu investieren, und in der Folge den Abstand zu den Top-Foundries vergrößern. Allerdings wird es in absehbarer Zeit genug Marktpotenziale für kleinere Foundries wie X-Fab in Erfurt geben, die sich auf Spezialprodukte wie „Mikroelektromechanische Systeme“ (MEMS) orientiert haben. Heiko Weckbrodt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.