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Dresdner Chipschmiede ZMDi nun schuldenfrei

Abb.: ZMDi

Abb.: ZMDi

Dresden, 18. September 2012: Das Dresdner Halbleiter-Unternehmen ZMDi, das einst aus dem zentralen DDR-Chipforschungszentrum ZMD hervorging und nach der Wende starke Verluste schrieb, ist nun schuldenfrei. Das teilte ZMDi-Chef Thilo von Selchow mit. Im zweiten Halbjahr 2012 rechnet von Selchow mit einem schwierigen Marktumfeld und geringem Umsatzwachstum – er schwört das Unternehmen nun auf eine Konsolidierung ein. Investitionen und Personalausbau werde man allerdings fortführen.

2012 im Zeichen der Konsolidierung: Wenig Wachstum, aber Personalaufbau und Investitionen

Im ersten Halbjahr 2012 habe ZMDi 30 neue Jobs geschaffen und komme nun auf 320 Mitarbeiter, teilte von Selchow mit. Auch habe das Unternehmen vier neue Applikationslabore im Silicon Valley, in Boston, München und Seoul eingerichtet, um „näher an die Kunden zu rücken“.

Im Jahr 2011 war der ZMDi-Umsatz um 16 Prozent auf 64 Millionen Euro gestiegen. Für dieses Jahr erwartet der Vorstand nur ein Umsatzwachstum im „niedrigen einstelligen Bereich.“ Man wolle diese Wachstumspause nutzen, um weiter zu investieren, die erreichten Marktpositionen zu festigen und das eigene Produktportefeuille auszubauen, hieß es.

ZMDi steigt in Tablet- und Smartphone-Markt ein
ZMD-Chef Thilo von Selchow

ZMDi-Chef Thilo von Selchow. Abb.: ZMDi

2013 sollen dann mehrere neue Produktgruppen – darunter Chip-Entwürfe für das Energiemanagement – umsatzwirksam werden, hofft von Selchow. Auch steigen die Dresdner in den Boom-Markt Tablets und Smartphones ein und bieten neue Sensorchips für Computertelefone und Tablettrechner an. Nähere Angaben wollte das Unternehmen auf Anfrage dazu noch nicht machen.

Freistaat Sachsen immer noch Minderheits-Eigner

Der Freistaat Sachsen hatte die ehemalige Halbleiter-Entwicklungsschmiede der DDR nach der politischen Wende gemeinsam mit Partnern übernommen, um einen Mikroelektronikkern in Dresden zu erhalten. Das Unternehmen schrieb allerdings jahrelang rote Zahlen und trennte sich Schritt für Schritt von immer mehr Abteilungen – die hauseigene Chipfabrik ging beispielsweise an die Erfurter „X-Fab“. Inzwischen ist das ZMDi eine „fabless Company“, also auf den reinen Chip-Entwurf spezialisiert. Anteilseigner sind zu 89 Prozent die Global ASIC GmbH und zu elf Prozent der Freistaat Sachsen. Heiko Weckbrodt

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