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DVD „Livid“: Horror-Ballerinen ticken aus

Eben noch im Koma und plötzlich auf mörderischer Jagd: Die alte Dame. Abb.: Sunfilm

Eben noch im Koma und plötzlich auf mörderischer Jagd: Die alte Dame. Abb.: Sunfilm

Ein hässliches Provinzkaff irgendwo an der französischen Atlantikküste, in dem die Zeit in den 1970ern stehen geblieben ist: Die junge Lucy debütiert als Altenpflegerin und gerät bei ihrer Arbeit auch auf das verfallene Schloss der ehemaligen Star-Ballerina Jessel. Die alte Dame liegt seit Jahren im Koma und bewacht, so sagt man sich, einen Schatz auf ihrem Anwesen. Gemeinsam mit zwei Kerlen bricht Lucy nächtens in das Schloss ein, um diesen Schatz zu bergen. Doch alles, was die jungen Diebe finden, sind tote Tiere und die präparierte Leiche der Tochter des Hauses – und die entwickeln plötzlich ein mörderisches Eigenleben.

Deutscher Trailer (Sunfilm):

Suggestive Bildsprache

Der französische Gruselfilm „Livid“ mag nicht unbedingt durch eine klar-logische Erzählstruktur glänzen, kommt dafür aber im Gegensatz zum US-Horrorkino mit eher genügsamer Blut-Dosierung aus, um Spannung aufzubauen. Die Franzosen Alexandre Bustillo und Julien Maury vertrauen in ihrer Schaudergeschichte um ein von mörderischen Ballerinen heimgesuchtes Schloss auf eine suggestive Bildsprache und in ihrer hässlichen Abstrusität schon fast wieder lyrische Einstellungen. Dabei nehmen sie allerdings auch manche Ungereimheit in Kauf, die sie dann durch übernatürliche Konstrukte auszubügeln versuchen.

Fazit:
Cover Livid Abb.: Sunfilm

Abb.: Sunfilm

Horror-Fans, die auf ultrarealistische Splatterei à la „Hostel“ hoffen, werden von „Livid“, das den DVD-Zuschauer fragend zurücklässt, wohl eher enttäuscht, wenngleich das Regisseur-Duo nicht ganz auf blutrünstige Szenen verzichtet. Dafür punktet der Streifen aber mit eher genre-untypischen schauspielerischem Anspruch und teils bizarr-schönen Bildern. Heiko Weckbrodt

„Livid“ (Sunfilm), Horrorfilm, Frankreich 2011 (DVD 2012), Regie: Alexandre Bustillo und Julien Maury, mit Chloé Coullard und Beatrice Dalle, 95 Minuten, P 18, DVD 13, Bluray 15 Euro
 

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