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Chaos-Computer-Club sieht sich in Staatstrojaner-Kritik durch Bundesdatenschützer bestätigt

Bundestrojaner - ist er nun echt oder nicht? Abb.: Bobzin/ Wikipedia

Abb.: Bobzin/ Wikipedia

Hamburg, 16. September 2012: Die Hacker-Vereinigung „Chaos Computer Club“ (CCC) in Hamburg sieht sich in ihrer Kritik an der Sammelwut und der mangelhaften Verschlüsselung des sogenannten Bundestrojaners durch den Bundesdatenschatzbeauftragten bestätigt. In einem vertraulichen Bericht an den Innenausschuss des Bundestages, der dem CCC nun vorliege, kritisiere der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar unter anderem, dass er – jedenfalls nicht zu akzeptablen Konditionen – keinen Einblick in den Quellcode der Schnüffel-Software erhalten habe. Auch seien die Löschmöglichkeiten für mit dem Trojaner erlangte Privatdaten, die den Staat nichts angingen, unzureichend.

Die beteiligten Behörden hätten zwar viele Kritikpunkte an dem Trojaner eingeräumt, sähen aber allenfalls „Optimierungsbedarf“, heißt es in dem Schaar-Brief. „Damit wird weiterhin in Kauf genommen, dass staatliche Trojaner nicht effektiv kontrolliert und somit auch von Dritten zur Ausspähung und Manipulation von Daten benutzt werden könnten“, kommentierte dies CCC-Sprecher Dirk Engling.

Der CCC hatte im Oktober 2011 eine Schnüffel-Software geknackt und analysiert, von der sich herausstellte, dass sie von Kriminalämtern und anderen Behörden eingesetzt wurde, um internetgestützte Kommunikationskanäle von Verdächtigen abzuhören. In der Analyse zeigte sich, dass dieser „Bundestrojaner“ viel mehr Informationen sammeln kann als gesetzlich zulässig und zudem durch Sicherheitslücken durch Dritte missbraucht werden kann. Dies hatte eine Welle der Entrüstung hervorgerufen (Wir berichteten). Heiko Weckbrodt

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