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Fraunhofer: Forschungskooperation mit Uni im Dresdner „DIZE-Eff“ zahlt sich aus

Durch Nanostrukturen, die TU- und Fraunhofer-Forscher zusammen im Energiezentrum entwickelt haben, wurden effizientere organische Solarzellen möglich. Abb.: Fraunhofer IWS

Durch Nanostrukturen, die TU- und Fraunhofer-Forscher zusammen im Energiezentrum entwickelt haben, wurden effizientere organische Solarzellen möglich. Abb.: Fraunhofer IWS

Über zehn Millionen Euro: Drittmittel übersteigen Subventionen

Dresden, 6. September 2012: Die institutionelle Kooperation von Uni-Forschern und außeruniversitären Wissenschaftlern hat sich im „Dresdner Innovationszentrum Energieeffizienz“ (DIZE-Eff) als Erfolgsmodell erwiesen. Das hat Dr. Stefan Schädlich vom federführenden „Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik“ (IWS) Dresden eingeschätzt. Innerhalb von drei Jahren habe das Zentrum über zehn Millionen Euro an Drittmittel aus der Industrie und von anderen Partnern eingeworben, und damit mehr als staatliche Subventionen geflossen seien. Auch für die Nachwuchsgewinnung und die akademische Lehrtätigkeit habe sich das Modell bewährt.

Nanostrukturen für organische Solarzellen

Die TU Dresden und die Fraunhofer-Gesellschaft (FHG) hatten das „DIZE-Eff“ im Jahr 2009 als Teil des Netzwerkes „Dresden concept“ gegründet, um die Forschungspotenziale universitärer und außeruniversitärer Institute in der sächsischen Landeshauptstadt zu bündeln. Das am Fraunhofer-Campus in Dresden-Gruna ansässige Energie-Zentrum konzentrierte sich unter anderem auf die Entwicklung von Hochleistungs-Solarzellen, Leichtbau, organische Leuchtdioden und Brennstoffzellen. Unter anderem war das DIZE-Eff an der Nanostrukturierung organischer Solarzellen beteiligt, mit denen Firmen wie Heliatek in die Riege weltweiter Technologieführer aufrückten.

Zur Anschubfinanzierung hatte Fraunhofer sechs Millionen Euro beigesteuert, weitere vier Millionen kamen vom Freistaat und vom „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE).

Partner wollen Kooperation ausbauen

Da diese Förderung nun ausläuft, wollen sich die Forscher um weitere zehn Millionen Euro von FHG und Land für eine weitere, vierjährige Projektphase ab 2013 bemühen. Neben den bisher verfolgten Schwerpunkten sollen dann unter anderem auch neuartige Energiespeichersysteme in den Fokus rücken, kündigte Schädlich an.

Abgesehen vom naheliegenden Anwendungsfall „Elektroauto“ sind solche Speicher zum Beispiel notwendig, um zum Beispiel die Stromspitzen („Peaks“) in den Energienetzen abzufangen. Diese Peaks belasten vor allem die ostdeutschen Stromnetze zunehmend bis an die Kapazitätsgrenzen, da immer mehr Windparks und Solaranlagen in Betrieb gehen, die nur zu bestimmte Zeiten Strom liefern.

Als Speicher für dezentrale, kleinere Energiesysteme werden unter anderem Lithium-Ionen- und Polymer-Akkus, aber auch die besonders schnellen Superkondensatoren wie in der Dresdner Autotram favorisiert. Klassische Großspeicher für Kraftwerke sind zum Beispiel Pumpspeicherwerke wie das in Dresden-Niederwartha – das aber seit Jahren auf Reparatur und Modernisierung wartet. Angesichts des Trends hin zur dezentralen Stromerzeugung besteht inzwischen aber auch großes Interesse an der Entwicklung von Energiespeichern mit mittleren Kapazitäten und moderaten Kapitalkosten. Heiko Weckbrodt

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