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Software-Radios und neue Navis gefragt: Technisat vergrößert Dresder Entwicklungsschmiede

Im strahlungsichten EMV-Labor messen die Technisat-Ingenieure neue Radios und Fernseher aus. Abb.: Technisat

Im strahlungsichten EMV-Labor messen die Technisat-Ingenieure neue Radios und Fernseher aus. Abb.: Technisat

50 neue Jobs für Informatiker, auch bauliche Erweiterung steht zur Debatte
Jürgen Beuthner. Abb.: hw

Jürgen Beuthner. Abb.: hw

Dresden, 20.7.2012: Das Elektronikunternehmen „Technisat“ baut sein Dresdner Entwicklungszentrum wegen der Auftragsflut aus dem Automobilsektor aus. „Derzeit stellen wir pro Monat acht bis zehn neue Informatiker ein“, berichtet der Dresdner Geschäftsführer Jürgen Beuthner. Bis 2013 wolle er das Personal von derzeit 355 auf dann über 400 Mitarbeiter ausbauen. Auch prüfe die Unternehmensleitung, das Zentrum in Dresden-Merbitz demnächst auch baulich erneut zu erweitern.

VW zeichnet Technisat als Premium-Zulieferer aus

Vor allem die vernetzten Autoradio- und Navigations-Geräte neuer Generation, die hier entwickeln werden, bescheren der Techniksat Digital GmbH übervolle Orderbücher. Hauptkunde ist die VW-Gruppe, die Technisat nun mit dem „Volkswagen Group Award 2012“ als Premiumzulieferer ausgezeichnet hat. Über viele Projekte dürfe er wegen Verschwiegenheitsverpflichtungen gar nicht sprechen, sagte Beuthner. „Aber da geht es zum Beispiel über die Verbindung von Radios und Navis mit der vernetzten Welt von heute, mit iPhones, iPads und dergleichen.“

So könne Technisat als einziges Unternehmen weltweit Navigationsgeräte nach dem „Navigation Data Standard“ (NDS) anbieten, bei dem der Kunde nicht auf das Kartenmaterial eines einzelnen Anbieters angewiesen sei, sondern bei Bedarf auf aktuellere Karten der Konkurrenz wechseln könne. „Stellen Sie sich vor, Sie fahren in eine Stadt und stellen fest, das die Karten ihres Navis überholt sind – dann können sie sofort über ein Upgrade neuere Karten beziehen“, erklärte Beuthner.

Per Software-Upgrade neues Radio
Die zentrale Technisat-Entwicklungsschmiede in Dresden-Merbitz soll wachsen. Abb.: Technisat

Die zentrale Technisat-Entwicklungsschmiede in Dresden-Merbitz soll wachsen. Abb.: Technisat

Ein anderes innovatives Dresdner Projekt seien Software-Radios, die sich jederzeit auf neue Digital-Rundfunkstandards oder die Standards anderer Länder umprogrammieren lassen, seien es nun DAB oder Derivate. Was früher mit teils analogen Bauelementen fest verdrahtet war, wird in diesen neuen Radios durch Prozessoren und Computerprogramme realisiert.

Eher auf Sparflamme köchele dafür der zweite Entwicklungsfokus der Dresdner, die Konsumelektronik, räumte der Chef ein. „In diesem Sektor macht sich der harte internationale Preiskampf im TV-Gerätemarkt bemerkbar.“  Erst kürzlich hatte der Fernseher-Produktionsstandort von Technisat in Staßfurt deshalb Entlassungen angekündigt. Beuthner rechnet indes mit keinen unmittelbaren Auswirkungen für Dresden. Hier arbeitet Technisat beispielsweise an Smart-TVs mit besonders schneller Internetanbindung mit DSL-Anschluss. Im Segment der Digital-Receiver sei nur noch wenig Bewegung, da solche Empfänger in allen neueren Fernsehern schon integriert seien.

1990 mit 21 Entwicklern aus DDR-Technikzentrum entstanden

Die Technisat Digital GmbH in Dresden ging 1990 aus dem DDR-Zentrum für Wissenschaft und Technik hervor. Damals startete Technisat in Dresden mit 21 Mitarbeitern. Seitdem ist der Standort als zentrale Entwicklungsschmiede der Technisat-Gruppe – die unter anderem Satellitentechnik und Unterhaltungselektronik produziert und entwickelt – immer weiter gewachsen.

Werbevideo von Technisat:

2009 investierte die Gruppe 7,5 Millionen Euro in Dresden, um die Kapazitäten zu verdoppeln. Dabei wurde unter anderem ein modernes EMV-Labor installiert, in dem die Ingenieure – hochabgeschirmt gegen elektromagnetische Störstrahlung und Fremdgeräusche – neue Radios und Fernseher ausmessen können. Im vergangenen Jahr hatte Technisat Dresden 318 Mitarbeiter (jetzt: 355) und setzte 18 Milionen Euro um. Heiko Weckbrodt

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