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Bitkom: „Aussichten für deutsche Online-Händler besser denn je“

Berlin, 19.7.2012: Die Neckermann-Pleite zeigt nur zu deutlich die Verschiebungen im deutschen Fern-Einzelhandel: Dominierten – zumindest in Westdeutschland – jahrzehntelang nach dem Krieg die großen Versandhäuser wie Quelle, Otto und Neckermann das Geschäft, verschiebt sich der Schwerpunkt vor allem seit der Jahrtausendwende mehr und mehr ins Internet. Und wer zu spät auf diesen Zug aufspringt, den bestraft das Leben – oder eben der Insolvenzrichter. „Die Aussichten von Online-Händlern sind auch in Deutschland heute besser denn je“, schätzte heute Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder vom deutschen Hightech-Branchenverband „Bitkom“ in Berlin ein. Laut eine Verbands-Studie kaufen mittelweile neun von zehn Internet-Nutzern (und das ist die große Mehrheit der Deutschen) Waren und Dienstleistungen online ein.

Internet-Geschäfte lösen klassischen Versandhandel ab

„Deutschland ist traditionell ein starker Standort für den Versandhandel. Dass nun nach Quelle mit Neckermann.de der zweite große Versandhändler in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, sollte über die nach wie vor ausgezeichneten Perspektiven der Branche nicht hinwegtäuschen“, kommentierte Rohleder die Neckermann-Pleite. „Inzwischen haben es junge deutsche Unternehmen wie Zalando in die erste Liga des weltweiten Online-Handels geschafft.“

Vertriebskanal Online hat „Hidden Champions“ aus dem Nichts generiert

Denn einerseits haben es der Vertriebs-Kanal „Internet“ und die Liberalisierung des Paketdienst-Marktes selbst jungen und anfangs kapitalschwachen Unternehmen ermöglicht, international zu agieren und damit große Märkte zu bedienen. Der Online-Händler „Cyberport“ ist so ein Beispiel: 1998 als kleiner Apple-Laden in Dresden gegründet, orientierte sich das Unternehmen rasch auf den Online-Vertrieb von Computertechnik, später auch von Haushaltsgeräten und anderen Waren. Inzwischen setzt „Cyberport“ über 360 Millionen Euro im In- und Ausland um, beschäftigt über 300 Mitarbeiter und baut nun – ausgehend von seinem Schwerpunkt Online-Handel – umgekehrt wieder ein Netz von Präsenzläden im deutschsprachigen Raum auf, bei deren Eröffnungen ähnlich starker Andrang herrscht wie beim Start eines Apple-Stores in einer Stadt.

Deutsche kaufen immer mehr im Internet

Andererseits generiert auch der deutsche Binnenmarkt inzwischen erhebliches Kaufkraft-Potenzial für Online-Händler: Mehr und mehr Deutsche – und zwar längst nicht mur Nerds und Jugendliche – kaufen Technikartikel, Bücher, Musik, Tickets etc. via Internet ein. Laut der erwähnten Bitkom-Studie kaufen zum Beispiel 39 Prozent aller deutschen Internetnutzer Eintrittskarten im Netz, 38 Prozent Flüge, 36,6 Prozent Musik, 30,4 Prozent Übernachtungen, 29,1 Prozent Kleidung… – Tendenz: steigend. Heiko Weckbrodt

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