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Thalias neuer eReader „Bookeen“ im Test: Flott und chic, aber mit Kinderkrankheiten

Der neue "Bookeen Cybook Odyssey" mit Pearl-Bildschirm. Abb.: Thalia

Der neue „Bookeen Cybook Odyssey“ mit Pearl-Bildschirm. Abb.: Thalia

War die erste Generation von eReadern noch recht träge und klumpig, so haben die Lesegeräte für digitalisierte Bücher (eBücher) inzwischen große Fortschritte gemacht, sind leichter, schneller und „iPad“-mäßiger geworden. Auch die Buchhandelskette „Thalia“ hat mit dem „Bookeen Cybook Odyssey“ nun solch einen eReader der neuesten Generation ins Programm genommen und im Gegenzug die Vorgängermodelle verbilligt. Im „Oiger“-Test zeigte sich der neue „Bookeen“ chic und schnell – abgesehen ein paar Problemen mit Bildschirm-Tastatur, PC-Verbindung und Wörterbuchfunktion hält er auch, was Thalia verspricht.

Zunächst zu den Eckwerten: Der „Bookeen“ liegt mit nur 195 Gramm viell leichter als ein iPad in der Hand, ist schön flach (neun Millimeter) und sieht mit seiner gebürstetem schwarzen Alu-Haut auch recht elegant aus. Eingebaut sind ein WLAN-Modul und zwei Gigabyte Platz für Bücher und Bilder, die man durch eine (extra zu kaufende) MicroSD-Karte auf 32 GB erweitern kann – da reicht dicke für ganze Bilbliotheken. Der Akku hält für mehrere Wochen Betrieb aus – je nach Nutzung.

Reaktionsfreundiger Pearl-Bildschirm mit Gestensteuerung

Die größte Neuerung ist freilich der 6-Zoll-Bildschirm mit E-Ink-Pearl-Technologie. Der kann mit Fingergesten ähnlich wie beim iPad bedient werden und reagiert deutlich schneller als alle Vorgängermodelle – selbst kleine Animationen sind darstellbar.

 Werbevideo von Thalia für den Bookeen:

Um Bücher zu laden, sind zwei Wege vorgesehen: Erstens, man installiert das kostenlose Programm „Adobe Digital Edition“ auf den PC und verbindet dann eReader und Computer mit dem mitgelieferten USB-Kabel (das den Bookeen auch auflädt). Das freilich funktionierte mit unserem Test-Gerät nicht, weder ein XP- noch ein Windows-7-Rechner erkannten den „Bookeen“ – und damit fiel der direkte Buchtransfe flach.

Anstandslos klappte dafür der zweite Weg: Man koppelt den eReader an das WLAN-Netz daheim (Code-Nummer von der Rückseite des Routers bereit halten!) und zieht sich dann über den integrierten Thalia-Internetladen (in dem es auch viele kostenlose eBooks gibt) die Wunsch-Bücher herunter.

Bildschirmtastatur hakelig

Zudem hat der „Bookeen“ auch einen Browser an Bord, man kann also – innerhalb der WLAN-Reichweite – frei im Netz stöbern. Hier zeigte sich freilich ein zweites Problem: Die dafür eingeblendete Bildschirmtastatur ist viel zu träge, Vertipper sind wegen der kleinen Tasten an der Tagesordnung.

Das eBuch-Lesen macht auf dem „Bookeen“ viel Spaß, eben man auch mit Fingerwischgesten zügig blättern kann. Auch das Schriftbild wirkt sehr sauber, der Text ist für schwache Augen stark vergrößerbar. Aber auch hier lauerte ein Wermutstropfen: Eigentlich sollte man in Büchern per Fingertipp auf ein unbekanntes Wort ein Nachschlagewerk aufrufen können – da in Frankreich stammend, beherrscht der Bookeen aber nur Französisch.

Fazit:

Der neue eReader hat offensichtlich Kinderkrankheiten, die allerdings durch Software-Aktualisierungen ausmerzbar sein sollten. Bügeln „Bookeen“ und „Thalia“ die Probleme mit USB.Verbindung, Tastatur und Wörterbuch aus, könnte das Gerät eine rund Sache werden, für die der Preis von 119 Euro auch okay sind, wenn man den direkten Vergleich zum Beispiel zu Amazons „Kindles“ zieht. Wer aufs Geld schauen muss, kann bei Thalias älteren eReadern jetzt ein Schnäppchen machen, die jetzt ab 50 Euro zu haben sind.

Heiko Weckbrodt

„Bookeen Cybook Odyssey“ (Bookeen/Thalia), eReader, 119 Euro, eBook-Formate: ePub, PDF, Txt, HTML (kein Kindle-AZW)

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