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Fachkräftemangel: Dresden will mit „Welcome Center“ Ausländer-Leistungsadel locken

Schöne ausländerfreundliche Welt: Ein "Welcomce Center" soll ausländische Fachkräfte nach Dresden locken und ihnen Abkürzungen durch die deutschen Bürokratie-Mühlen weisen. Visualisierung: TLG

Schöne ausländerfreundliche Welt: Ein „Welcomce Center“ soll ausländische Fachkräfte nach Dresden locken und ihnen Abkürzungen durch die deutschen Bürokratie-Mühlen weisen. Visualisierung: TLG

Dresden, 4.7.2012: Um den Fachkräftemangel zu begegnen, entdecken immer mehr deutsche Kommunen mit starker Hightech-Industrie nun den Service-Gedanken. Nachdem es die Hamburger bereits vorgemacht haben, wollen nun auch die Dresdner ein „Welcome Center“ einrichten, um mehr ausländischen Fachkräften den Umzug nach Sachsen schmackhaft zu machen. Öffnen soll das Zentrum im Februar 2013, wie Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Prof. Ursula Schaefer – an der TU Prorektorin für Internationales – heute mitteilten.

Dresdens amtierender OB Dirk Hilbert. Abb.: LHD Dresden

Dirk Hilbert. Abb.: LHD

Das 370 Quadratmeter große Begrüßungszentrum am Dresdner Postplatz ist es allerdings nicht für ausländische Touristen oder Asylbewerber gedacht, sondern für den ausländischen „Leistungs-Adel“. Das Zentrum wird internationalen Gastwissenschaftlern, Studenten, Ingenieuren und anderen Hochqualifizierten, die in Dresdens Instituten und oder Hogtech-Unternehmen wie Globalfoundries oder Infineon arbeiten wollen, den Start erleichtern. Die Profi-Begrüßer sollen den Neuankömmlingen helfen, solche Behördengänge wie Aufenthaltserlaubnis und Wohnort-Meldung gleich vor Ort und „aus einer Hand“ zu erledigen. Außerdem bekommen die ausländischen Fachkräfte Hilfe und Rat bei der Suche nach Kita-Plätzen, Sprachkursen, sprachkundigen Ärzten und Wohnraum.

Pionier auf diesem Gebiet war Hamburg: Die Hanseaten betreiben bereits seit Jahren ein „Welcome Center“, das wegen der großen Nachfrage rasch personell aufgestockt werden musste. bei den Hamburgern haben die Dresdner die Idee auch abgekupfert und dazu die Erfahrungen ähnlicher, kleinerer Einrichtungen an TU und Dresdner Max-Planck-Instituten berücksichtigt.

Derzeit ziehen rund 400 Ausländer pro Monat nach Dresden. Stadt und TU rechnen damit, dass sich diese Zahl bald verdoppeln könnte. „Ich wünsche mir hier eine offene und kommunikative Atmosphäre, die Ausländern sagt: Ihr seid hier willkommen!“, betonte Hilbert. Prorektorin Schaefer verwies auf den neuen Exzellenz-Status der TU, der dafür sorgen soll, dass noch mehr Studierende und Forscher aus aller Welt hierher kommen. Heiko Weckbrodt