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Sexualzentrum: Cybersex-Sucht auf dem Vormarsch

Oje, die Online-Sexsucht naht. Abb.: SuicideGirls, Wikipedia

Oje, die Online-Sexsucht naht. Abb.: SuicideGirls, Wikipedia

Freiburg, 25.6.2012: Das Internet mag unser Leben in vielen Sphären verändert und uns erst richtig ins Informationszeitalter katapultiert haben – aber wenn es einen Markt ganz und gar auf neue Beine gestellt hat, dann den für Erotik und Porno. Was früher nur scheu in Bezahl-Magazinen oder gar unter der Hand zu sehen war, ist heutzutage binnen weniger Google-Klicks für Jedermann (und jede Frau) mehr oder minder gratis, in allen Facetten menschlicher Sexualität und Devianz massenhaft im Netz abrufbar. Kein Wunder also, dass das Informationszentrums für Sexualität und Gesundheit (ISG) vor einem höchst bedrohlichen Szenario warnt: „Die Sucht nach Online-Sex ist auf dem Vormarsch“, heißt es in einer Mitteilung der Vereins.

„Vor allem der leicht verfügbare Cybersex zieht viele in ihren Bann“, teilte ISG-Vorsitzender Dr. Michael Berner mit. Er beobachte als Psychiater und Psychotherapeut eine wachsende Zahl von Patienten, die mit sexuellen Internetaktivitäten mehr Zeit verbringen, als mit echten sozialen Kontakten. „Diese Menschen verlieren mehr und mehr den Bezug zur Realität und vereinsamen schließlich“, warnte er. „Sexualität im Internet ist anonym, unverbindlich und leicht erreichbar. Das senkt die Hemmschwelle vieler Menschen, sich ihrer zu bedienen – vor allem, wenn es in ihrer Partnerschaft nicht rund läuft.“

Das ISG verwies auf Einschätzungen von US-Experten, laut denen acht Prozent aller Cybersex-Erfahrenen eine Abhängigkeit entwickeln. Eine feste Partnerschaft schützte vor dieser Gefahr offenbar nicht: Forscher der australischen „Swinburne University“ befragten 2009 über 1300 Cybersex-Nutzer nach ihren Lebensverhältnissen, so das ISG: 55 Prozent waren verheiratet oder hatten einen festen Partner – und verbrachten dennoch bis zu zehn Stunden täglich mit erotischen Aktivitäten vor dem Rechner. hw

 

 

1 Kommentare

  1. Internetcybersex sagt

    Hallo

    Also was an dieser Studie sehr interessant ist, dass mehr als die Hälfte der befragten Personen verheiratet sind und trotzdem Cybersex im Internet haben. Erstaunlich, da fragt man sich schon, was das dann soll?

    Aber, wie immer sind doch die Begriffe überhaupt nicht klar definiert! Was ist denn hier mit dem Wort Cybersex eigentlich gemeint? Chatten mit Webcam, oder das Anschauen von Sexfilmen auf Tubeseiten oder was genau? Wenn es denn, was ich vermute, dass Chatten ist, stimmt der Satz mit der Anonymität auch nur bedingt, denn wenn beide Partner sich vor dieser Cam sehen können, finde ich das schon gar nicht mehr so anonym. Es kann ja tatsächlich sein, dass am anderen Ende der Leitung das hübsche Mädel aus der Nachbarschaft sitzt.

    Dass immer mehr Menschen, immer mehr ihrer freien Zeit im Internet statt mit sozialen Kontakten in der realen Welt verbringen, stimmt schon bedenklich, aber ob das eine allgemeine Internetsucht ist, oder die nach sexuellen Aktivitäten, bleibt leider völlig offen.

    Aber vielen Dank für den Beitrag.

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