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Bluray „R.I.F“: Pariser Bulle grast Provinz nach seiner Frau ab

Ob der Spediteur etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun hat? Stephane ermittelt mit der Knarre in der Hand. Abb.: Koch

Ob der Spediteur etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun hat? Stephane ermittelt mit der Knarre in der Hand. Abb.: Koch Media

Der französische Krimi „R.I.F“ nimmt ein altes Leinwandthema auf: Kommissar Stephane Monnereau (Yvan Attal) hat bei der Pariser Kripo wegen seiner rüden Methoden seinen Ruf als Rambo weg – und das färbt auch auf sein Familienleben ab. Um Gattin Valerie und Sohn Theo zu beschwichtigen, fährt er mit ihnen aufs Land. Unterwegs hat er eine Panne, lässt Valerie an einer Tankstelle zurück, um das Auto abschleppen zu lassen. Als er zurück kehrt, ist seine Frau verschwunden. Als die örtliche Gendarmerie ihn verdächtigt, mit dem Verschwinden seiner Gattin zu tun zu haben, taucht er unter und ermittelt auf eigene Faust…

„R.I.F“ (das französische Kürzel für Vermisstenanzeigen von Familienangehörigen) setzt typische Formmittel des neueren französischen Krimis auf: hart und geradlinig inszeniert, die Akteure haben Migrationshintergrund, wie es heute so schön heißt. Auch optisch kommt der Krimi ohne Weichzeichner aus, ist dafür in einer bläulich-kühlen Farbskala gehalten und wenig Happy-End-freudig.

Das macht ihn auch wieder sehenswert, denn die Grundkonstruktion „Mann lässt seine Frau auf Autofahrt aus den Augen, sie verschwindet und er sucht sie gegen alle Widerstände“ ist nun wirklich schon vielfach im Kino erzählt worden. Sieht man einmal von der arg konstruierten Motivation Stephanes unterzutauchen ab, ist „R.I.F.“ auch weitgehend in sich schlüssig, was man ja nicht von jedem Highway-Missing-Film behaupten kann. Zudem verzichten die Franzosen dankenswerterweise auf die üblichen Psycho-Klischees.

Erschienen ist der von Franck Mancuso inszenierte Streifen nun auf DVD und Bluray, als Extra gibt es ein längeres Making-Of, das man aber etwas hätten straffen können.

Cover R.I.F. Abb.: Koch Media

Abb.: Koch

Fazit:

Ein altes Krimi-Thema, das insofern wenig zu überraschen vermag, aber straff und schnörkellos erzählt –durchaus einen kleinen Filmabend wert. Heiko Weckbrodt

R.I.F. – Ich werde dich finden“ (Koch/Atlas), Krimi, Frankreich 2011, 87 min., P 16, DVD 13, Bluray 15 Euro

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