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Fraunhofer-Patent: Strom drahtlos aus dem Gürtel tanken

Prototyp eines Aufladegürtels für Herzschrittmacher. Abb.: IKTS

Prototyp eines Aufladegürtels für Herzschrittmacher. Abb.: IKTS

Hermsdorf/Dresden, 7.4.2012: Fraunhofer-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, um Energie kabellos zu übertragen – um beispielsweise Herzschrittmacher im menschlichen Körper von Batterien unabhängig zu machen. Da die bisher damit erzielte Reichweite von einem halben Meter erweiterbat ist, sind künftig auch weitergehende Anwendungen denkbar: Um zum Beispiel Elektroautos drahtlos aufzutanken oder Handys von der Ladestation „abzustillen“.

Ein Team aus der thüringischen Außenstelle Hermsdorf des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) hat dazu ein Transfermodul entwickelt, in dem ein kleiner rotierender Magnetzylinder ein Drehfeld erzeugt. Der – zum Beispiel im menschlichen Körper implantierte – Empfänger enthält eine Magnetkogel, die durch das rotierende Transferfeld selbst ins Drehen kommt und daurch wie ein Kraftwerks-Generator Strom erzeugt. Übertragen werden so über 100 Milliwatt über eine Distanz von 50 Zentimetern. Im Gegensatz zu bisher getesteten Verfahren, bei denen Radiowellen und Induktion zum Einsatz kamen, ist die Fraunhofer-Technik in Reichweite und Leistung noch steigerbar und hat keine (zumindest bisher bekannten) Nebenwirkungen.

Auch Einsatz für Elektronik und Brückensensoren vorgesehen

„Durch die magnetische Kopplung lässt sich die Energie durch alle nichtmagnetischen Materialien wie etwa biologisches Gewebe, Knochen, Organe, Wasser, Kunststoff oder sogar verschiedene Metalle transportieren. Außerdem hat das so hergestellte Magnetfeld keine schädlichen Nebenwirkungen für den Menschen. Auch eine Gewebeerwärmung ist ausgeschlossen“, betonte IKTS-Wissenschaftler Dr. Holger Lausch die Vorteile des mittlerweile patentierten Verfahrens. Die Technik könne auch für die Stromversorgung hermetisch abgeschotteter Sensoren zum Beispiel in Wänden und Brücken, für die Aktivierung elektronischer Bauelemente und das Aufladen von Energiespeichern eingesetzt werden. Heiko Weckbrodt

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