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Kritisches Jahr für Europas Solarindustrie: Kapazitäten doppelt so hoch wie Nachfrage

Eines der Solarkraftwerke, das die Dresdner jetzt in Italien hochgezogen haben.

Eines der Solarkraftwerke, das die Dresdner jetzt in Italien hochgezogen haben.

San Jose, 16.3.2012: Angesichts massiver weltweiter Überkapazitäten und eher sinkender Nachfrage für Solarmodule wird 2012 ein sehr kritisches Jahr für die europäische Photovoltaik-Industrie sein: „Die Produktionskapazitäten sind doppelt so hoch wie die Nachfrage“, erklärte Henning Wicht, Photovoltaik-Chefanalyst beim Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli. Er rechne damit, dass in diesem Jahr weltweit Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von „nur“ 16 bis 20 Gigawatt installiert werden und damit etwas weniger als im Vorjahr – bei weiter steigenden Produktionskapazitäten.

Vor allem China treibt die Überproduktion voran: Der jüngste Fünfjahresplan der Chinesen sieht vor, die Fertigungskapazitäten der einheimischen Fabriken bis 2015 auf fünf Gigawatt zu erhöhen, während das Reich der Mitte selbst in diesem Jahr voraussichtlich nur drei bis vier Gigawatt installieren wird, wie Matthew Feinstein von Lux Research einschätzte.

iSuppli-Analyst Wicht riet den europäischen Solarfirmen in einer Analyse für den Branchenverband „SEMI“, vor allem an der Stellschraube „Materialkosten“ zu drehen: Wenn es der Industrie gelinge, das teure Silber in den Solarmodule durch billigere Metalle wie Kupfer zu ersetzen, könne dies zu deutlichen Ersparnissen und besserer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der chinesischen Konkurrenz führen. In der Erforschung „innovativer Materialien“ für die Effizienzsteigerung seien europäische Firmen und Institute führend, dies müsse sich aber auch in der Produktion niederschlagen. Heiko Weckbrodt

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