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Kaspersky fordert internationale Cyber-Sicherheitsorganisation

Hannover, 7.3.2012: Eine Interntationale Internet-Sicherheitsorganisation, die sich vor allem mit der Abwehr von kriegsartigen Cyber-Attacken beschäftigt, hat der Chef der Moskauer Sicherheits-Softwarefirma Kaspersky gefordert. Staatlich geförderte Angriffsprogramme wie Stuxnet (2010) und Duqu (2011) hätten gezeigt, welche Gefahren den Industriestaaten drohen, erklärte Eugen Kaspersky heute auf der Computermesse „Cebit“ in Hannover.

„Cyberspionage, Cybersabotage und Cyberkriegsführung sind echte Gefahren, von denen unsere Welt mittlerweile bedroht wird“, hieß es vom Kaspersky-Chef. Militärische Angrifssprogramme seien inzwischen in der Lage, „Schaden nicht nur bei großen Industrieanlagen anzurichten“. Sowohl Stuxnet als auch Duqu seien nur durch Zufall gefunden worden, nachdem sie bereits seit einiger Zeit ihr Unwesen getrieben hätten.

Sinn, Nutzen und Begleiteffekte staatlicher „Cyberabwehrzentren“ sind freilich umstritten: Einerseits sind wichtige Infrastrukturen wie Energienetze, Wasserwerke und Pipelines bei weitem nicht so offen vernetzt, wie in Film und Fernsehen suggeriert. Außerdem befürchten viele Internet-Aktivisten, dass Regierungen unter dem Vorwand von Cyberkriegs-Abwehrprogrammen ihre Versuche ausbauen könnten, Lauschangriffe und Netzzensur zu forcieren. Im Übrigens würde Kaspersky als Unternehmen für Sicherheitssoftware vermutlich auch unmittelbar von derartigen Cyber-Abwehrprojekten profitieren – der Appell der Russen ist also nicht ganz uneigennützig. Heiko Weckbrodt

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