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Arbeitsbedingungen unter Kritik: Großuntersuchung bei Apple-Zulieferer Foxconn

Abb.: Apple

Cupertino/Shenzhen, 13.2.2012: Angesichts der anhaltenden Kritik an den Arbeitsbedingungen bei seinem chinesischen Hauptzulieferer Foxconn hat Apple nun eine großangelegte Untersuchung durch die „Fair Labor Association“ (FLA) veranlasst. Die Kontrollen haben heute Morgen in Foxconns Hauptfabrik in Shenzhen (bekannt als Foxconn City) begonnen, teilte Apple heute mit.

Klebt Blut an den iPhones?

Der taiwanesische Zulieferer, in dessen chinesischen Werken unter anderem die iPads und iPhones montiert werden, war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen gekommen, vor allem durch ganze Serien von Selbstmorden von Arbeitern, die die Arbeitsbedingungen nicht mehr ausgehalten hatten. Die Beschäftigen leben und arbeiten in den Fabriken und angeschlossenen Wohntrakten und müssen oft überlange Schichten schieben.

Bericht: Unzufriedener Steven Jobs sorgt dafür, das Arbeiter aus ihren Betten gerissen werden

Zuletzt war erst ein Beispiel bekannt geworden, in welchem Maße Apple Auslöser für solche Extraschichten war: Laut einem Bericht hatte der inzwischen verstorbene Apple-Gründer einen Tag vor der Auslieferung des iPhones den in eigenen Tests verkratzten Bildschirm des Computertelefons bemängelt. Daraufhin wurden die Foxconn-Mitarbeiter in China noch in der Nacht geweckt, um in einer Extraschicht neue kratzfeste Gläser in die iPhones einzubauen.

Die nun mit einer Untersuchung beauftragte FLA ist ein Zusammenschluss von Industrievertretern und Arbeitswissenschaftlern, die Grundstandards für Arbeitsbedingungen überwachen sollen.

Tausende Arbeiter sollen befragt werden

„Als Teil der unabhängigen Beurteilungen wird die FLA tausende Arbeiter über die Arbeits- und Wohnbedingungen befragen, inklusive Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen, Ausgleichszahlungen, Arbeitsstunden sowie Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Management“, kündigte Apple nun an. „Das Team der FLA wird die Bereiche der Fertigung, die Unterkünfte und andere Betriebseinrichtungen inspizieren und eine intensive Überprüfung aller Dokumente durchführen, die im Zusammenhang aller Abläufe während des gesamten Arbeitsverhältnisses stehen.“ Nach den Prüfungen in Shenzhen werden auch die Foxconn-Fabriken Quanta und Pegatron untersucht.

Foxconn ist einer der weltweit größten Hightech-Auftragsfertiger mit rund 1,2 Millionen Mitarbeitern, bei dem zahlreiche fabriklose Unternehmen aus dem Westen ihre Produkte herstellen lassen. Heiko Weckbrodt

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