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Romance Scammer: Mit Liebespoemen an die Geldbörse

Die falschen Romeos der Neuzeit operieren online. Abb.: F. M. Brown, Wikipedia

Oldenburg, 8.2.2012: Die legendäre „Nigeria Connection“ – einer der ungeliebten Pioniere des Spams und Finanztransfer-Betrugs im Netz – treibt angeblich wieder ihr Online-Unwesen und hat sich auf ein neues Geschäftsfeld verlegt: „Romance Scamming“. Dabei werden die Opfer in Online-Partnersuchbörsen solange umgarnt, bis sie den Internet-Gigolos ihre Geldbörse öffnen.

„In letzter Zeit bekommen wir es immer wieder mit gefälschten Accounts zu tun“, berichtet André Taube vom Partnerportal „Mollipartner“. „Dahinter steckt die Nigeria-Connection mit einem besonders perfiden Betrugsmodell.“ Dabei geben die „Romeos“ vor, eine Partnerin fürs Leben zu suchen und stellen überaus attraktive Selbstporträts in ihr Profil ein. Sie nehmen ihre Opfer dann systematisch ins Visier, kontaktieren sie sehr oft und vermeintlich sehr aufmerksam, schicken einfühlsame Gedichte (in gebrochenem Deutsch oder Englisch).

„Die Opfer erhalten schon bald eine private E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer mitgeteilt, sodass der weitere Kontakt nicht mehr über die Singlebörse abläuft“, schildert Taube das weitere Vorgehen. „Das Ziel der Ganoven ist es, Vertrauen aufzubauen, sodass sie um Geldgeschenke, kleine finanzielle Hilfestellungen oder um einen Kredit bitten können. Das Geld soll immer per Western Union übermittelt werden – hier kann das Geld nämlich weltweit abgeholt werden, ohne Spuren zu hinterlassen. Oft wird auch mit fadenscheinigen Gründen nach einer Kopie des Personalausweises gefragt – für einen geplanten Identitätsdiebstahl.“

Was lernen wir daraus? Wenn jemand in einer Internet-Kontaktbörse extrem hübsch und extrem einfühlsam daher her kommt, ist Misstrauen angesagt – das ist einfach zu schön um wahr zu sein. Und spätestens wenn derjenige nach der Anbahnungsphase über Geld und vermeintliche Notlagen oder angeblich unabweisbare Finanztransaktionen mit hohen Gewinnspannen zu radebrechen beginnt, ist klar: Nigeria lässt grüßen. Heiko Weckbrodt

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