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„Wunderkammer Wissenschaft“ ab März in Dresden

Teil der "Wunderkammer Wissenschaft": Die Komponente des Teilchenbeschleunigers Fair wirkt wie ein Goldtresor. Abb.: Achim Zschau/GSI

Dresden, 4.1.2012: Normalerweise sind Teilchenbeschleuniger große und sperrige Gerätschaften, die nur wenige Wissenschaftler und Techniker zu sehen bekommen und meist auch eher profan-industriell wirken. Ganz anders die Innenaufnahme des Darmstädter Beschleunigers FAIR: Fotografiert und inszeniert von Achim Zschau wirkt die Szenarie wie der Blick in einen edlen Banktresor: Gülden schimmern die Wände, das bläuliche Licht im Hintergrund scheint den Zugang ins Herz einer Schatzkammer zu öffnen. Und eine Schatzkammer oder besser: eine „Wunderkammer Wissenschaft“ ist auch die gleichnamige Ausstellung der Helmholtz-Gemeinschaft, die nun in Dresden gastiert.

500 spektakuläre Fotos und Videos von Fotografen und Forschern

Bakterium unter Elektronenrastermikroskop. Abb.: Heinrich Lünsdorf/ HZI

Im „beeindruckenden Industriegebäude“ der Technischen Sammlungen Dresden (TSD), so die Helmholtz-Gemeinschaft, sind ab 1. März für zwei Monate rund 500 spektakuläre Mikroskopaufnahmen, Visualisierungen, Satellitenbilder, Anlagenfotos und andere Bilder und Videos zu sehen, die in der Schau akustisch und visuell untermalt sind. „Die Aufnahmen wurden teils von Profi-Fotografen, teils von den Wissenschaftlern selbst angefertigt“, sagte Christine Bohnet, Sprecherin des „Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf“ (HZDR), das die Ausstellung für Dresden akquiriert hat.

Blick ins Gehirn des Zebrafisches und Panzerkäfer

Und die darin gezeigten Aufnahmen sind wirklich faszinierend: Richtig in Szene gesetzt, wird da zum Beispiel ein Bakterium zum grünen Gespinst, das eher an Kunst als an Wissenschaft erinnert. Eine photoelektrische Siliziumprobe mutet bei vielfacher Vergrößerung wie ein fremdartiges Kristallwesen an. Sehr schön ist auch die Fluoreszenzmikroskopie aus dem Innern eines Fischgehirns, bei der man sich fragt, ob man gerade der Geburt eines Sterns im Kosmos zuschaut. Nicht zu vergessen zum Beispiel den Flohkrebs „Roter Ritter“, der unterm Digitalkamerazoom seinem Namen alle Ehre macht und wie ein riesiger Panzerkäfer aussieht.

Basteln in der Neutrino-Anlage „Katrin“ in Karlsruhe. Abb.: Markus Breig/KIT

 „Eine sehr gelungene Ausstellung, die sehr viele Dresdner interessieren dürfte, aber auch richtig viel Platz braucht“, sagte Bohnet. Unter anderem deshalb habe man sich gemeinsam mit der „Dresden Marketing GmbH“ (DMG) für die geräumigen TSD als Ausstellungsort entschieden. Zudem passe die Exposition sehr gut zum benachbarten „Erlebnisland Mathematik“.

„Stauen über das Wunderbare unserer Welt“

Mit ihren Bildern und Videos soll die „Wunderkammer Wissenschaft“ an den „ursprünglichen Impuls des Erforschens anknüpfen“, betonte die Forschergemeinschaft– „das Staunen über das Wunderbare unserer Welt, die Neugier und das Fragen nach ihrer Entstehung, Entwicklung und Zukunft.“ Zur Ausstellung wird es auch ein Begleitprogramm geben, unter anderem mit populärwissenschaftlichen Vorträgen.

Für die Helmholtz-Gemeinschaft ist Dresden ein wichtiger Standort: Mit dem HZDR betreibt sie hier ein Großforschungszentrum, außerdem sind hier mehrere Helmholtz-Projekte angesiedelt. Mit ihrer breiten Wissenschaftslandschaft – darunter Technische Universität, elf Fraunhofer-Einrichtungen, drei Max-Planck-Institute und drei Leibniz-Institute – ist die sächsische Landeshauptstadt der größte Forschungsstandort in den Neuen Bundesländern. Heiko Weckbrodt

Die Ausstellung wird am 1. März 2012 abends eröffnet, ab 2. März ist sie dann zu den regulären Öffnungszeiten der Technischen Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1, zu sehen: Dienstag bis Freitag, 9.00 – 17.00 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage, 10.00 – 18.00 Uhr;
Eintritt vier (erm. drei) Euro

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