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Mond bekommt Besuch von Gral-Zwillingen

Die erste Grail-Sonde ist in der Nacht von 2011 zu 2012 in den Mondorbit eingeschwenkt. Ihr Zwilling folgt heute. Abb.: NASA

Die erste Grail-Sonde ist in der Nacht von 2011 zu 2012 in den Mondorbit eingeschwenkt. Grail 2 folgt heute. Abb.: NASA

Mondorbit, 1.1.2012: Kosmische Grals-Zwillinge schwenken derzeit in einen Mond-Orbit ein, um den alten Erdtrabanten zu fragen, ob er vielleicht ein klein wenig Völle verspürt: In der Neujahrsnacht hat sich zunächst die NASA-Sonde „Grail 1“ (Gral) 90 Kilometer über der Mondoberfläche platziert, heute folgt sein Zwilling „Grail 2“, wie die US-Raumfahrtagentur mitteilte.

Zu zweit werden die Grails dann einen großen orbitalen Schwerkraft-Sensor bilden, der Gravitations-Anomalien und damit die Zusammensetzung der Mondkruste bestimmen soll. Daraus erhoffen sich die Wissenschaftler eine Art Zeitreise: Sie wollen erfahren, wie sich der Mond und die Erde in den vergangenen 4,5 Milliarden Jahren zur heutigen Form entwickelt haben.

Im Gespann bilden die Sonden einen Gravitationsdetektor: Wenn ein Grail-Zwilling durch erhöhte Schwerkraft zum Mond gezogen wird, ergeben sich Laufzeitdifferenzen der der ausgetauschten Funksignale. Abb.: NASA

Im Gespann bilden die Sonden einen Gravitationsdetektor: Wird ein Grail-Zwilling durch erhöhte Schwerkraft zum Mond gezogen, ergeben sich Laufzeitdifferenzen der ausgetauschten Funksignale. Dies wird dann der Erde mitgeteilt. Abb.: NASA

Dafür werden die beiden Sonden eine möglichst präzise Distanz zueinander einnehmen und dann um den Mond kreiseln. Gerät eine der Sonden zum Beispiel bei einem Krater über ein Gebiet höherer Gravitation – etwa durch den Einschluss von Schwermetallen in der Mondkruste -, wird sie leicht nach unten gezogen und vergrößert so den Abstand zu ihrem Zwilling. Diese Messwerte werden dann an die Erde übertragen, wo daraus Gravitationsberechnungen angestellt und Rückschlüsse auf die stoffliche Zusammensetzung der Mondkruste gewonnen werden sollen.

Theorie: Mond entstand durch kosmischen Mega-Unfall

Laut einer gängigen Theorie entstand der Mond ursprünglich aus Erdmaterie und wurde später – mangels schützender Atmosphäre – von Metoriteneinschlägen mit allerlei Metallen und anderen Elementen gespickt. Demnach soll vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ein Planet oder Planetoid mit der frühen Erde kollidiert sein und Masse herausgerissen haben, aus denen sich der Mond formte.

In Relation zu seinem Heimatplaneten Erde (Durchmesser rund 12.700 Kilometer) ist der Erdenmond (Durchmesser rund 3476 Kilometer) der größte Trabant in unserem Planetensystem. Der absolut größte Mond ist der Jupiter-Trabant Ganymed mit rund 5262 km Durchmesser. Heiko Weckbrodt

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