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IDTechEx: Gedruckte Elektronik auf dem Vormarsch

Aufrollbare eBücher und Mini-Fernseher im Massendruck absehbar

Santa Clara/Eindhoven, 13.12.2011: So attraktiv das iPad auch sein mag: Eben mal zusammenklappen und in die Tasche stecken kann man Tablets nicht, dazu sind sie dann doch zu sperrig. Das wird sich aber schon bald ändern, glaubt man der Philips-Ausgründung „Polymer Vision“ (Eindhoven). Die Niederländer haben auf der Fachtagung „Printed Electronics USA 2011“ in Santa Clara einen funktionierenden aufrollbaren Bildschirm vorgeführt, der animierte Bilder zeigen kann. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, damit die Konstruktion zusammenklappbarer (oder aufrollbarer) eBuch-Lesegeräte und Tablets zu ermöglichen.

Im ersten Schritt sollen eReader klappbar werden. Abb.: Polymer Vision

Im ersten Schritt sollen eReader klappbar werden. Abb.: Polymer Vision

Überhaupt haben die gedruckte Elektronik und die damit verbundenen Display-Technologien in jüngster Zeit große Fortschritte gemacht, schätzt Analyst Dr. Khasha Ghaffarzadeh vom Marktforschungsunternehmen „IDTechEx“ ein, das die Tagung ausgerichtet hatte. Inzwischen stünden eine Reihe von Endprodukten dieser jungen Technologie kurz vor dem Markteintritt. So wolle der Konsumgüterkonzern „Proctor and Gamble“ in den nächsten Monaten beispielsweise eine Produktverpackung mit einem aufgedruckten Bildschirm in den Verkauf bringen. Die Unternehmen MWV Packaging und Vorbeck wiederum haben eine Variante gefunden, Verpackungen mit preisgünstigen Diebstahlsicherungen aus Graphenen (spezielle Kohlenstoffverbindungen) zu bedrucken. Und Boeing berichtete auf der Konferenz über den Einsatz gedruckter Elektronik als Vogelkollisions-Detektoren auf Flugzeugrümpfen.

Künstliche Muskeln sollen Handys interaktiver machen
Elektronisches Papier wird biegsam. Abb.: E-Ink

Elektronisches Papier wird biegsam. Abb.: E-Ink

Andere Unternehmen präsentierten leitfähige Tinte, künstliche Muskeln und Wärmesensoren, die mittels Drucktechnologien auf Touch-Displays von Smartphones (Computertelefonen), unter anderem von Samsung, aufgebracht werden sollen. Diese sollen zum Beispiel neue Apps ermöglichen, die den Handy-Besitzern eine haptische Rückmeldung auf dem Bildschirm geben, wenn er mit dem Finger darüber streicht – vielleicht ähnlich den Force-Feedback-Lenkrädern, die es schon für Autorennspiele auf PCs gibt.

Auch in Sachsen werden gedruckte und flexible Elektronik und Bildschirme erforscht und entwickelt, unter anderem in Chemnitz und in Dresden (Plastic Logic, Fraunhofer-Institut IPMS, Heliatek und andere) – bisher allerdings hat es hier noch keine Marktdurchbrüche gegeben. Heiko Weckbrodt

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