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DVD „Ein Mann von Welt“: Mörder zwischen Zwergen und Sexfurien

Ulrich muss gleich wieder ran - ob er will oder nicht. Abb. (3): Neue Visionen

Ulrich muss gleich wieder ran - ob er will oder nicht. Abb. (3): Neue Visionen

Zwölf Jahre, nachdem er einen Nebenbuhler erschossen hat, kommt Ulrik (Stellan Skarsgård, „Breaking the Waves“) endlich aus dem Knast und das Leben scheint an ihm vorbeigegangen sein. Sein früherer Gangsterboss, der schmierige Jensen, quartiert ihn in die Bruchbude seiner sexgierigen Schwester ein, besorgt von einem lappischen Zwerg eine Knarre und schickt Ulrik zu einem neuen Killer-Auftrag. Doch der hat die Faxen dicke vom Morden und nimmt lieber einen Mechanikerjob bei einem Bonmot-sprudelenden Autowerkstattchef an. Das ist von dem norwegischen Regisseur Hans Petter Moland so schräg und lustig ins Szene gesetzt wie sich‘s anhört und ist unter dem Titel „Ein Mann von Welt“ inzwischen auf DVD erschienen.

Erst die Buletten, dann die Bettpflichten
Ulrich und Jensen holen sich beim Lappen-Zwerg Waffen.

Ulrich und Jensen holen sich beim Lappen-Zwerg Waffen.

Die schwarze Krimikomödie zeigt das skandinavische Kino von seiner besten Seite: Schräge Vögel, ein simpler, aber konsequent durcherzählter Plot und vor allem die lakonische Komik eines Stellan Skarsgård, der allein schon mit seiner Mimik und Gestik virtuos die Saiten der Schauspielerharfe anzuschlagen versteht. Wenn sich da zum Beispiel seine potthässliche Vermieterin die Schlüpfer auszieht und sich breitbeinig hinter ihn legt, während er in Ruhe seine Frikadellen aufgabelt, braucht dieser Ulrich keine wortreichen Quasseleien, damit man weiß: Hier sitzt ein praktisch denkender Mann.

Göttlich auch der Herzanfall des Werkstattchefs, der – am Boden mit dem Tode ringend – seine schöngeistigen Stakkato-Monologe hält und schließlich ausruft: „Wegen so ein bisschen Herzflimmern macht man doch nicht zu! Die Leute brauchen doch ihre Autos. Um einzukaufen. Um zur Arbeit zu fahren. Um die Oma zu besuchen…“

Fazit:

Obgleich ein eher ernsthafter Mensch, habe ich mich bei „Ein Mann von Welt“ stellenweise halb scheckig gelacht. Hier zeigen die Nordmannen den Hollywood-Hampelmännern einmal mehr, wie man auch ohne Over-Acting Spaß haben kann. Schade nur, dass die DVD keinerlei Bonusmaterial enthält. Heiko Weckbrodt

„Ein Mann von Welt“ (Neue Visionen), Norwegen 2010, Krimikomödie, R.: H. P. Moland, P 12, 107 min., DVD 16, Bluray 17 Euro

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