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Bluray „Planet der Affen Prevolution“: Wie der Abstieg der Menschheit begann

Caesar entdeckt die Intelligenztherapie - und pimpt seine affischen Kumpels auf. Abb. (2): Fox

Caesar entdeckt die Intelligenztherapie - und pimpt seine affischen Kumpels auf. Abb. (2): Fox

43 Jahre nach „Planet der Affen“ erfahren wir also, wie alles begann: Verzweifelt bemüht, seinen alzheimerkranken Vater zu retten, experimentiert Pharmaforscher Will auf Affe komm raus mit einer Gentherapie. Die soll Nervengewebe im Gehirn regenerieren, zeigt aber bei gesunden Primaten einen unerwarteten Nebeneffekt: Ihre Intelligenz steigt rasant. Als mit Caesar der erste Schimpanse zu sprechen beginnt, brechen alle Dämme und die Menschheit fällt ein ganzes Stück nach unten in der Nahrungskette.

Nach vielen Fortsetzungen und TV-Serien hat Rupert Wyatt mit „Planet der Affen – Prevolution“ nun ein Prequel des Sci-Fi-Klassikers geschaffen und nimmt das alte Thema menschlicher Hybris wieder auf. „Spielt nicht Gott!“, ruft er darin den Genetikern unserer Tage mit erhobenem Zeigefinger zu. Das nervt etwas, ist aber technisch ausgefeilt und spektakulär in Szene gesetzt – und schauspielerisch gar nicht mal so übel gemacht.

Großes Lob gilt hier Andy Serkis (Gollum in „Herr der Ringe“), der den Computerkameras die Mimik und Bewegungen für den Schimpansen Caesar lieferte – da der im Verlauf des Films immer menschlichere Züge annimmt, kamen für den Hauptdarsteller weder Mimen in Affenkostümen noch echte Schimpansen in Frage. Und Serkis‘ Leistung treibt den ganzen Streifen um eine Liga nach oben.

Gespickt ist der Gen-Krimi im Übrigen mit lauter Zitaten aus den Originalfilmen – bis hin zu ganzen Szenen, die mit umgekehrten Vorzeichen neu verarbeitet wurden. So wird Caesar zum Beispiel im Affenkäfig von einem „menschlichen“ Wärter mit einem Wasserstrahl bestraft – in „Planet der Affen“ von 1968 war es der von Charlton Heston gespielte Astronaut Taylor, der im Menschenkäfig von einem Affenwärter so drangsaliert wurde.

Auf der ab heute erhältlichen Bluray findet man neben dem Film selbst auch umfangreiches Bonusmaterial: Dokus über die Dreharbeiten und Spezialeffekte natürlich, aber zum Beispiel auch geschnittene Szenen sowie Kurzfilme über das Leben heutiger Menschenaffen in der Natur und im Zoo. Fazit: ein unterhaltsames und technisch ambitioniertes Sci-Fi-Drama mit einer interessanten Bonussektion. Heiko Weckbrodt

„Planet der Affen – Prevolution“ (20th Century Fox), USA 2011, R.: R. Wyatt, P 12, 105 min., DVD 13, Bluray (inl. Digitalkopie) 15 Euro

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