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GfK hört mit: Jeder Zweite steuert illegale Filmseiten oder Pornoportale an

Vorsicht: Die Konsumforscher gucken mit! Montage: hw

Vorsicht: Die Konsumforscher gucken mit! Montage: hw

Berlin, 28.11.2011: Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) setzt nun technische Methoden aus der TV-Reichweitenermittlung an, um die Surf-Gewohnheiten der Deutschen zu analysieren. Die Filmförderanstalt (FFA) in Berlin hat die Daten ausgewertet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass fast die Hälfte (47 %) der deutschen Internetnutzer im ersten Halbjahr 2011 Netzseiten mit illegalen Medieninhalten (Filme, Musik etc.) oder mit „jugendgefährdendem Content“ (sprich: Porno-Seiten etc.) besucht haben.

„Bei jedem sechsten User, insgesamt 7,3 Millionen Menschen, lässt sein Klickverhalten darauf schließen, dass er Angebote auf Internseiten (sic!) mit illegalen Medieninhalten per Download oder Streaming genutzt hat“, teilte die FFA heute mit. „Die überwiegende Mehrheit ist nach dem ersten Besuch auf der Seite geblieben – oder hat sie später erneut besucht.“

Die meisten dieser Nutzer seien zwischen 18 und 49 Jahre alt, heißt es weiter in der FFA-Analyse, und: Mehr als jeder vierte 14- bis 17-Jährige (28 %) und fast jeder fünfte (19 %) 10- bis 13-Jährige Internetnutzer habe „bewusst“ Pornoseiten angesteuert.

Natürlich stellt sich die Frage, wie die GfK und die FFA derart detaillierte Angaben über das Internetverhalten der Deutschen machen können. Es handele sich dabei um eine 15.000 Haushalte umfassende Testgruppe („GfK Media Efficiency Panel“ = MEP), an deren Computern – mit Einverständnis der Nutzer – Geräte angebracht wurden, die die Surf-Sitzungen der Nutzer aufzeichnen, erklärte FFA-Sprecher Thomas Schulz auf Oiger-Anfrage. Dabei komme eine ähnliche Technik zum Einsatz, wie sie bereits eingesetzt werde, um die Reichweite beziehungsweise Einschaltquoten von TV-Sendungen zu messen. In diesen Test-Haushalten sind kleine Boxen an die Fernseher gekoppelt, die aufzeichen, wie lange welcher Kanal eingeschaltet war.

Die FFA leitet aus ihrer Analyse – wenig überraschend – Forderungen ab, schärfer gegen Filmpiraterie vorzugehen: „Das Ergebnis unserer Studie belegt eindeutig, in welchem erheblichen Umfang mittlerweile filmische Inhalte über das Internet abgefragt werden – und welche Ausmaße illegale Downloads wie auch die Nutzung von jugendgefährdenden Seiten, auch durch Jugendliche, längst angenommen haben“, erklärt der stellvertretende FFA-Vorstand Frank Völkert. Die jetzt vorliegenden Fakten seien „alarmierende Signale, die weitere Maßnahmen zum Schutz des Urheberrechts – aber auch eine Ausweitung legaler Medienangebote im Internet erfordern“, betont er. Heiko Weckbrodt

Oigers Kommentar: Der große Bruder surft mit

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