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Strategiespiel „ Games of Thrones”: Heuchelei, Spione und Fräulein-Mord

Guckt ganz schön böse: Ritter aus "Game of Thrones". Abb.: dtp

Guckt ganz schön böse: Ritter aus "Game of Thrones". Abb.: dtp

Auf den Spuren des alten Machtmenschbejublers Niccoló Machiavelli führt uns „A Game of Thrones“ in die Geheimnisse frühzeitlichen Intrigenspiels an Fürstenhöfen ein: Da werden Bündnisse und Gegenbündnisse geschlossen, Blutpakte besiegelt, Edelfräuleins von gedungenen Mördern gemeuchelt – und eigentlich nur im äußersten Notfall Heere ausgehoben, um Burgen mit heiratsunwilligen Erbinnen zu belagern.

Angriff auf eine bündnisunwillige Burg. Abb.: BSF

Angriff auf eine bündnisunwillige Burg. Abb.: BSF

Da fühlt man sich doch gleich an einen weiteren Klassiker fürstlicher Ermahnungsliteratur erinnert: Krieg sei die Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln, postulierte ja schon vor 200 Jahren Carl von Clausewitz. Und diplomatieorientiert ist dieses eher rundenbasierte als echtzeitorientierte Strategiespiel auf jeden Fall: Das A und O jedes Spielzuges ist es, den eigenen Machtbereich zu erweitern und die Einnahmen zu steigern.

Wir beginnen mit einem Großfürsten und einer Burg, rekrutieren dann Gesandte, um Bündnisse zu schmieden, verheiraten unsere Edelfräuleins mit benachbarten Grafen, bitten die Spionagegilde um Hilfe, wenn wir Geheimbünde des Gegners aufdecken müssen und drücken Bauern eine Forke in die Hand, auf dass sie Lebensmittel schaffen, die wir benötigen, um Heere auszuheben. Nachempfunden ist dies alles der Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von George Martin.

Der Großfürst hetzt uns zu einer Intrige auf. Abb.: BSF

Der Großfürst hetzt uns zu einer Intrige auf. Abb.: BSF

Optisch wirken die Burgen, Städte und Bergwerke auf dem Spielfeld auch recht stimmungsvoll, allerdings sollte man keine Spitzengrafik erwarten. Vor allem aber sollte man Geduld mitbringen. Das Regelwerk von „Game of Thrones“ ist komplex wie Rollenbrettspiel aus spätanalogen Zeiten und mit Echtzeitstrategie à la „Age of Empires“ oder „Warcraft“ hat es nicht viel zu tun – wenngleich die Figuren immerhin direkt steuerbar sind.

Fazit: Schon im dritten oder vierten Kapitel des Tutorials wurde mir das alles schnell zu kompliziert. Aber ich kann mir vorstellen, dass Fans komplexer Diplomatie-Spiele durchaus auf ihre Kosten und durch die manchmal recht rasche Abfolge von Aktion und Reaktion unter recht hohen Zeitdruck geraten. Heiko Weckbrodt

„A Game of Thrones – Genesis“ (Cyanide/dtp), Rundesbasierte Strategie, P 12
 
 

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