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Wacker investiert 900 Millionen in Nünchritz – 500 neue Jobs

Kreisgasanlage in Nünchritz - das Chemiewerk wird derzeit massiv ausgebaut, um mehr Reinstsilizium erzeugen zu können. Abb.: Wacker

Kreisgasanlage in Nünchritz - das Chemiewerk wird derzeit massiv ausgebaut, um mehr Reinstsilizium erzeugen zu können. Abb.: Wacker

Nünchritz/München, 10.10.2011: Der Chemiekonzern Wacker (München/Burghausen) investiert 900 Millionen Euro in sein Siliziumwerk in Nünchritz zwischen Dresden und Riesa. Damit will das Unternehmen seine Kapazitäten für Solar-Silizium um 15.000 Jahrestonnen steigern. In diesem Zuge sollen 500 neue Arbeitsplätze entstehen.

„Der Kapazitätsausbau ist eine wesentliche Voraussetzung, um die starke Nachfrage unserer Kunden nach qualitativ erstklassigem Polysilicium für Solarzellen mit hohem Wirkungsgrad auch in den kommenden Jahren bedienen zu können“, erklärte Wacker-Vorstandsvorsitzender Rudolf Staudigl. Die ersten Anlagen des neuen Komplexes seien bereits angelaufen. Die volle Kapazität werde bis zum zweiten Quartal 2012 erreicht.

Bereits im Frühjahr hatte Wacker seine Produktionskapazität in Nünchritz durch Prozessoptimierungen und Ausbauten von 10.000 auf 15.000 Jahrestonnen Reinstsilizium erhöht. Laut Unternehmensangaben ist die gesamte Produktionsmenge bis 2015 vertraglich an Kunden versprochen.

Luftbild vom Werk Nünchritz - hier sind derzeit über 1400 Mitarbeiter tätig. Abb.: Wacker

Luftbild vom Werk Nünchritz - hier sind derzeit über 1400 Mitarbeiter tätig. Abb.: Wacker

Nünchritz ist seit 1900 Chemiestandort. Schon zu DDR-Zeiten wurde im VEB Chemiewerk Nünchritz Reinstsilizium für die ostdeutsche Mikroelektronik produziert, das im nahen Freiberg zu Siliziumscheiben (Wafern) verarbeitet wurde. Wegen des forcierten Mikroelektronikkurses der SED-Wirtschaftsführung stießen die Kapazitäten in den 1980er Jahren an ihre Grenzen. Damals wurde der Bau eines großen Reinstsiliziumwerkes in Dresden begonnen, um die Nünchritzer Anlagen zu ergänzen. Dieses Projekt stieß damals jedoch auf Bürgerproteste, weil in Dresden – anders als in Nünchritz – das für die Herstellung von Reinstsilizium benötigte, aber hochexplosive und in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit giftige Trichlorsilan hätte mit Bahn und Lastern nach Dresden transportiert werden müssen. Die politische Wende in der DDR beerdigte das Projekt letztlich.

1998 übernahm Wacker den Standort Nünchritz und modernisierte ihn. Seitdem investierte der Chemiekonzern dort über 1,4 Milliarden Euro, heute hat das auf Silikone und polykristallines Silizium spezialisierte Chemiewerk rund 1400 Mitarbeiter.

Die Wacker-Gruppe beschäftigt weltweit über 16.300 Mitarbeiter und realisierte im Jahr 2010 einen Umsatz von 4,75 Milliarden Euro – 27,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Jahresergebnis lag bei 497 Millionen Euro. Heiko Weckbrodt

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