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Dresdner drucken organische Tapete von der Rolle

Organische Leuchtdioden (OLEDs) von der Rolle. Abb.: IPMS

Organische Leuchtdioden (OLEDs) von der Rolle. Abb.: IPMS

Dresden, 7.10.2011: Dresdner Fraunhofer-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, um biegsame „Organische Leuchtdioden“ in einer „Rolle zu Rolle“-Technik wie in einer Druckerpresse herzustellen. Sie wollen ihre Anlage in der kommenden Woche auf der Branchenmesse „Plastic Electronics 2011“ (11.-13. Oktober 2011) dem Fachpublikum präsentieren. „Wir sind die ersten, die diesen Prozess mit Vakuumtechnik beherrschen“, sagte Professor Leo, der Direktor des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) Dresden.

Die Vision, die hinter diesen Forschungen steckt, ist faszinierend: Wohnzimmer zum Beispiel, die man in Zukunft mit OLEDs tapeziert und deren Wände dann je nach Tagesstimmung neue Farben annehmen. Oder OLED-beschichte Möbel, die selbst leuchten und ihre Farbe frei verändern. Vielleicht gar Elektro-Autos, die mit einer dünnen Schicht organischer Solarzellen beschichtet sind und dadurch ihren Strombedarf decken. Die Idee dazu gibt es seit langem, doch sie scheiterte bisher vor allem daran, dass flexible organische Leuchtdioden noch teuer und schwer in größeren Flächen herzustellen waren.

Dieses Problem soll das Rolle-zu-Rolle-Verfahren lösen, bei dem – wie es der Name schon andeutet – die OLEDs nicht auf Scheiben oder Gläser aufgeschichtet werden, sondern wie in einer Druckerpresse massenhaft und billig im Rollenschichtdruck entstehen. Entwickelt wurde die Technologie im Fraunhofer-Technikum „Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden“ (COMEDD), gebaut vom Dresdner Spezialmaschinenbauer „Von Ardenne Anlagentechnik„.

 

„Kürzlich konnten wir alle für die Fertigung von flexiblen OLEDs erforderlichen Prozessschritte von der Substratstrukturierung bis zur Folienlamination in Rolle-zu-Rolle-Technologie darstellen“, sagte COMEDD-Projektleiter Dr. Stefan Mogck. „Die flexiblen OLEDs, die wir mit dieser Technologie gefertigt haben und auf unserem Messestand zeigen, verdeutlichen, welches große Potenzial dieses Verfahren hat.“ Bis zu einer echten OLED-Massenproduktion werden allerdings wohl noch einige Jahre vergehen.

Präsentieren will das COMEDD diese und weitere Entwicklungsergebnisse am Messestand 2.070 in der Halle 2 der Dresdner Messe. Zur „Plastic Electronics 2011“, die gemeinsam mit Europas größer Halbleitermesse „Semicon Europe“ in Dresden stattfindet, werden über 600 Teilnehmer aus aller Welt erwartet. Heiko Weckbrodt

 

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