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Verbraucherschützer fordern Datenschutz von Werk aus

 

Die Verbraucherschützer zeigen mit diesem (gestellten) Bewegungsprofil (GPS-Spur), wieviele Infos aus Ortungsdiensten und Internetnutzung gewinnbar sind. Abb.: vzbv

Die Verbraucherschützer zeigen mit diesem (gestellten) Bewegungsprofil (GPS-Spur), wieviele Infos aus Ortungsdiensten und Internetnutzung gewinnbar sind. Abb.: vzbv

Berlin, 4.10.2011: Unternehmen soll es künftig deutlich erschwert werden, mittels GPS-, Surf- und Facebook-Spuren Bewegungs- und Vorliebenprofile von Internetnutzern zu erstellen. Der „Verbraucherzentrale Bundesverband“ (vzbv) hat heute eine Online-Petition mit dem Ziel gestartet, dass Handy, Computer und andere internetfähige Geräte künftig nur noch mit sehr restriktiven Datenschutzeinstellungen in Deutschland verkauft werden dürfen. Dagegen hat sich umgehend Widerstand der IT-Branche geregt.

Die Verbraucherschützer wollen unter anderem, dass diverse Grundeinstellungen bei neuen Facebook-Konten geändert werden: Neue Beiträge sollen zum Beispiel nicht mehr standardmäßig für alle Nutzer sichtbar sein und die Gesichtserkennung („Tagging“) deaktiviert. Computertelefone (Smartphones) sollen nur noch mit von Werk aus abgeschalteten Ortungsdienst ausgeliefert werden, Cookies in Browsern deaktiviert und Computer mit einem Zufallsgenerator für IP-v6-Adressen versehen.

„Das angestrebte Prinzip lautet Privacy-by-Default“, hieß es von den Verbraucherschützern. „Standardmäßig dürfen nur so viele Daten erfasst, verarbeitet und weiter gegeben werden, wie für die Nutzung unbedingt erforderlich ist.“

Auf Kritik sind diese Vorschläge beim Hightech-Branchenverband „Bitkom“ gestoßen. „Meist braucht es einen Mindestumfang von Angaben, damit ein Online-Service überhaupt funktioniert und nutzerfreundlich zu handhaben ist“, kommentierte Bitkom-Präsident Dieter Kempf die Online-Petition. „Die Verbraucherzentralen wählen mit ihrer heute gestarteten Kampagne einen radikalen Ansatz und verzichten auf die notwendige Differenzierung.“ hw

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