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Plastic Logic: Neues eBuch-Lesegerät kommt noch 2011

Der Que-Reader kam nie auf dem Markt - nun steht anscheinend der Nachfolger in den startlöchern. Abb.: PL

Der Que-Reader kam nie auf dem Markt - nun steht anscheinend der Nachfolger in den Startlöchern. Abb.: PL

Dresden/Cambridge, 9.9.2011. „Plastic Logic“ (PL) versucht anscheinend in den nächsten vier Monaten einen zweiten Anlauf für seinen „Que-Reader“ – wie immer das neuentwickelte eBuch-Lesegerät dann auch heißen mag. Das geht aus einer Information des Unternehmens, das sein elektronisches Papier bisher ausschließlich in Dresden herstellt, hervor.

Der neue Plastic-Logic-Chef Indro Mukerjee. Abb.: PL

Der neue Plastic-Logic-Chef Indro Mukerjee. Abb.: PL

Mukerjee löst alten PL-Chef ab

„Später im Jahresverlauf plant Plastic Logic, die Auslieferung seines ersten kommerziellen Produkts zu starten“, heißt es lapidar in der Mitteilung, in der Pl eigentlich einen Wechsel in der Geschäftsführung bekannt geben wollte: Indro Mukerjee wird demnach Richard Archuleta ablösen, der PL bisher geleitet hatte. Mukerjee war zuvor unter anderem in Leitungspositionen bei „Philips Semiconductors BV“ und „C-MAC MicroTechnology“ tätig.

Bisher verlief die Geschäftsentwicklung bei PL wenig glücklich: Im Jahr 2000 von Forschern der Uni Cambridge gegründet, spezialisierte sich das Unternehmen auf biegsame Bildschirme aus Kunststoffelektronik. 2007 baute es – unterstützt vom Freistaat Sachsen – für 100 Millionen Euro eine Fabrik für elektronisches Papier in Dresden. Parallel dazu verlegten die Engländer ihren Hauptsitz ins amerikanische Silicon Valley nach Mountain View.

Technologie prinzipiell verheißungsvoll

Prinzipiell gilt das PL-Konzept als vielversprechend: Statt durch klassische Steuerelektronik sollen die Bildschirme durch plastikbasierte Elektronik angesteuert werden. Die Technologie könnte Bildschirme bis zum A4-Format und darüber hinaus und damit viel größere eBuch-Lesegeräte als bisher ermöglichen. Außerdem ist es denkbar, damit ePapier zu konstruieren, das wie echtes Papier einrollbar ist. In der Praxis jedoch hatte PL lange Zeit Probleme, die Technologie serienreif zu bekommen.

Hier erklärt PL-Mitgründer Hernann Hauser die Technologie und zeigt Bilder aus der Dresdner Fabrik

 

Nach mehreren Verspätungen kündigte PL schließlich für April 2010 den „Que Reader“ an – durch sein fast A4-großes Display sollte dieses Lesegerät vor allem für das Studium digitaler Akten von Geschäftskunden prädestiniert sein. Doch dann verschob PL den Verkaufsstart und beerdigte „Que“ im August ganz. Marktbeobachter machten dafür die Konkurrenz durch das iPad von Apple verantwortlich – der Que-Reader sollte mehr als das iPad kosten, aber weit weniger Funktionalität als ein Tablett-Computer bieten. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, den „Que“ mit Blick auf eine bessere Marktresonanz grundlegend zu überarbeiten.

Grundstein für Fabrik in Selenograd gegen Ende 2011
Die Dresdner Fabrik für elektronisches Papier. Abb.: PL

Die Dresdner Fabrik für elektronisches Papier. Abb.: PL

Im November 2010 stieg die vom russischen Staat kontrollierte „Russian Corporation of Nanotechnologies“ (Rusnano) bei Pl ein. Im Januar kündigten beide Unternehmen dann einen 700 Millionen Dollar (512,5 Millionen Euro) teuren Ausbau der Fertigigungskapazitäten an: Ein zweistelliger Millionenbetrag sollte in die Vergrößerung der Dresdner Fabrik (rund 180 Mitarbeiter) fließen.

Der größere Teil der Summe aber in ein neues Werk mit 300 Mitarbeitern in Selenograd bei Moskau fließen. Der Grundstein dafür wird gegen Ende 2011 gelegt. Die russische Fabrik soll 2013 oder 2014 fertig sein und dann – laut PL – die weltweit größte Fertigungsanlage für Kunststoffelektronik sein.

Im Zuge dieser Ankündigung hatte der Dresdner PL-Werkchef Konrad Herre damals erklärt, er rechne Mitte 2012 mit einem Nachfolger für den „Que“. Die neue Mitteilung deutet nun daraufhin, dass PL diesen Zeitplan deutlich gestrafft hat. Heiko Weckbrodt

www.plasticlogic.com

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