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IFA-Trends: Tablets, Smartphones und Netz-Fernseher

Die Glotze der Zukunft soll interaktiv sein, Apps und Internet-Chats ermöglichen. Abb.: NetRange

Die Glotze der Zukunft soll interaktiv sein, Apps und Internet-Chats ermöglichen. Abb.: NetRange

Berlin, 5.9.2011: In all der Flut aus neuen Elektronik-Artikeln zeichnen sich auf der Funkausstellung „IFA“ in Berlin diesmal sehr deutlich die Trends Vernetzung und Mobilität ab. Als Trendgeräte gelten neben Smartphones nun vor allem auch eine wachsende Auswahl an Tablet-Computern jenseits des iPads und vernetzte Fernseher.

So setzen immer mehr Hersteller auf TV-Geräte mit Internetanschluss, die sich über Apps nachrüsten lassen und interaktive Elemente ins abendliche Wohnzimmerprogramm bringen sollen. Laut Berechnungen des Branchenverbandes „Bitkom“ wird bereits in diesem Jahr mehr als jeder dritte verkaufte Fernseher solch ein „connected TV“ sein, am Umsatz werden sie sogar einen Anteil von 52 Prozent haben.

Trotz steigender Verkaufszahlen ist der Umsatz mit Konsumelektronik in Deutschland eingebrochen. Hauptgrund ist der Preisverfall von Fernsehern, die die Hälfte des Branchenumsatzes ausmachen. Abb.: Bitkom

Trotz steigender Verkaufszahlen ist der Umsatz mit Konsumelektronik in Deutschland eingebrochen. Hauptgrund ist der Preisverfall von Fernsehern, die die Hälfte des Branchenumsatzes ausmachen. Abb.: Bitkom

Die Ursache für die Diskrepanz zwischen Verkaufszahlen und Umsatz: Zwar werden immer mehr Glotzen in Deutschland verkauft, der Preisverfall klassischer Geräte ist jedoch immens. Bezahlte man 2008 noch im Schnitt rund 830 Euro für einen Flachbildschirm-Fernseher, sind es in diesem Jahr nur noch 609 Euro – also ein Viertel weniger. Höhere Erlöse sind für die Hersteller daher nur über neue Funktionalitäten erreichbar.

Dazu gehört auch die Koppelung von Glotze und Tablet – iPad & Co. werden vom Konsumenten gern als funktionsgewaltige Fernbedienung, per drahtlosem Datenstrom aber auch als Zweit-Glotze zum Herumtragen benutzt.

 

 

Pocketbooks A 10 ist ein Tablet mit 10"-TFT-Schirm. Abb.: Pocketbook

Pocketbooks A 10 ist ein Tablet mit 10"-TFT-Schirm. Abb.: Pocketbook

Womit wir beim Trend „Tablet“ wären: Nachdem die tastaturlosen Minicomputer jahrelang ein Schattendasein fristeten, hat Apple mit seinen iPads in den vergangenen eineinhalb Jahren einen Mega-Zug gestartet, auf den jetzt immer mehr Konkurrenten aufspringen. Zur IFA 2011 gab es insgesamt um die 30 Produktankündigungen in diesem Sektor – erfahrungsgemäß scheitern viele Projekte aber noch im Frühstadium.

Zu den größeren Anbietern gehören Lenevo („ThinkPad“), Sony („Sony Tablet“), Dell („Streak 5“), Asus („Eee Pad Slider“) und Acer („Iconia“). Die meisten Apple-Konkurrenten setzen dabei auf das Verkaufsargument Preis und wollen das iPad (um die 500 Dollar) teils um mehr als die Hälfte unterbieten.

Auch die ukrainische Firma „Pocketbook“, die in den GUS-Staaten Marktführer für eBuch-Reader sind und von ihrem neuen Deutschland-Sitz Radebeul aus nun den hiesgen Markt erobern wollen, setzen parallel zu ihren eReadern mit dem neuen „Pocketbook A 10“ auch auf die Tablet-Schiene.

Das Kindle-Tablet ähnelt angeblich einem Blackberry PlayBook - hier zum Vergleich auf ein iPad gelegt. Abb.: Techcrunch

Das Kindle-Tablet ähnelt angeblich einem Blackberry PlayBook - hier zum Vergleich auf ein iPad gelegt. Abb.: Techcrunch

Die besten Erfolgsaussichten auf ein dickes Stück vom Tablet-Kuchen hat wohl Amazon: Nach dem großen Erfolg seines eBuch-Lesegerätes „Kindle„, das auf elektronischem Papier basiert, soll im Herbst ein gleichnamiger Tablettcomputer folgen.

Offiziell hat sich das Unternehmen noch nicht zum Verkaufsstart in den USA und in Europa geäußert und hat das Gerät auch zur IFA nicht gezeigt. Doch die Tester vom Portal „Techcrunch“ haben den Tablet-Kindle angeblich schon in der Hand gehabt. Demnach ist es ganz im Stil der Kindle-App gehalten, verwendet Googles Betriebssystem Android, ist mit WLAN (aber nicht HSDPA) ausgerüstet und hat einen 7-Zoll-Bildschirm (iPad: 9,7 Zoll). Bedient wird es ohne Köpfe , nur per Bildschirm-Fingerbedienung. Der Speicher wird eher klein sein, der Nutzer soll einen Großteil seiner Bücher auf Amazons Internet-Servern (Cloud-Konzept) ablegen.

Das Gerät wird in den USA wohl 250 Dollar kosten, erharungsgemäß rubeln die Amerikaner die Dollarpreise dann beim Europastart 1 zu 1 in Euro-Preise um. Mit einem Marktstart in den USA ist im Oktober oder November zu rechnen. Heiko Weckbrodt

www.ifa-berlin.de

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