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Umfrage: In 20 Jahren hat eBuch das gedruckte Buch abgelöst

Die Zukunft des Buchs? Abb.: Apple

Die Zukunft des Buchs? Abb.: Apple

Berlin, 31.8.2011: In spätestens 20 Jahren wird es nur noch elektronische Bücher (eBooks) zu kaufen geben, keine gedruckten mehr. Davon ist jeder fünfte Deutsche überzeugt, in der jüngeren Generation (unter 30 Jahren) teilt sogar jeder Dritte diese Meinung.

Erwartet wird, dass sich die digitale Publikationsform zuerst bei den wissenschaftlichen und Ratgeber-Büchern durchsetzen wird, erst später in der Belletristik. Das geht aus der aktuellen Studie „Die Zukunft der Consumer Electronics 2011“ des Hightech-Branchen-Verbandes „Bitkom“ Berlin hervor. Das Meinungsforschungsinstitut „Forsa“ hatte über diesen Punkt über 1000 Bundesbürger befragt.

Markttreiber sind nicht die eReader, sondern iPad & Co.
Absatz mit eReadern wächst, aber nur langsam. Abb.: Bitkom

Absatz mit eReadern wächst, aber nur langsam. Abb.: Bitkom

Laut der „Konsumelektronik“-Studie werden aber weniger die vielbesprochenen eReader, sondern vor allem die Tablett-Rechner (Tablets) nach iPad-Vorbild den eBuch-Boom vorantreiben. Laut den Erhebungenund Prognosen von Bitkom, EITO (European Information Technology Observatory) und der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) werden in diesem Jahr in Deutschland voraussichtlich 232.000 reine eReader verkauft, also Geräte, die mittels elektronischem Papierbildschirmen in erster Linie dafür gedacht sind, eBücher zu lesen. Damit wird sich der eReader-Umsatz zwar um immerhin ein Drittel auf 31,44 Millionen Euro erhöhen, bleibt aber ein Nischenmarkt.

Tablets haben Verdrängungspotenzial für klassische Konsumelektronik

„Im Gegensatz zu den reinen E-Readern erleben Tablets 2011 einen steilen Absatzboom“, heißt es in der Studie. Denn: „Ahnlich wie Smartphones haben sie das Potenzial universaler Alleskönner für digitales Entertainment. Im Gegensatz zu reinen E-Books haben Tablets Verdrängungspotenzial für eine Reihe von tragbaren Konsumelektronik-Geräten bis hin zum tragbaren TV-Gerät.“ So erwarten Branchenbeobachter, dass sich iPad & Co. schon bald als tragbarer Zweit-Fernsehbildschirm – insbesondere für interaktive TV-Funktionen – in den deutschen Wohnzimmern durchsetzen werden.

Den iPads und anderen Tablett-PCs durchstoßen bald Milliarden.Umsatzgrenze. Abb.: Bitkom

Die iPads und andere Tablett-PCs durchstoßen 2012 die Milliarden-Umsatzgrenze. Abb.: Bitkom

Dementprechend sagt die Studie voraus, dass sich der Tablet-Absatz in Deutschland in diesem Jahr auf 1,5 Millionen Geräte verdoppeln wird, 2012 werde sich der Absatz auf 2,2 Millionen Geräte steigern. „Der Umsatz mit Tablet-PCs steigt im Jahr 2011 um 70 Prozent auf 770 Millionen Euro“, heißt es in der Studie. „Im kommenden Jahr wird das Marktvolumen voraussichtlich erstmals die Marke von einer Milliarde Euro erreichen.“

Entwicklung in Übersee etwas anders

Etwas anders verläuft die Entwicklung übrigens in den USA und anderen Ländern, wo eReader bereits in Millionen-Stückzahlen abgesetzt werden, wobei Amazons „Kindle“ Schätzungen zufolge einen Marktanteil um die 50 Prozent hat. Dies ist nicht unbedingt ein Widerspruch zur Bitkom-Studie: Erstens sind die deutschen Konsumenten seit jeher dafür bekannt, dass sie sich teurere und hochwertigere Computer und Konsumelektronik als Käufer in anderen Märkten zulegen.

Zum anderen hat der eBuch-Markt in den USA – wo es keine Buchpreisbindung gibt und eBooks viel günstiger zu haben sind als ihre gedruckten Brüder – bereits ein erhebliches Marktvolumen erreicht. Platzhirsch Amazon verkauft dort inzwischen in manchen Monaten schon mehr digitalisierte als gedruckte Bücher.

In Deutschland hingegen haben eBücher im Verlagsgeschäft einen Umsatzanteil von nur ein bis zwei Prozent. Mögliche Erklärungen: eBücher  sind hier meist so teuer wie die entsprechende Taschenbuch-Ausgabe, was einerseits auf die Buchpreisbindung zurückzuführen sein dürfte, aber auch darauf, dass für eBücher in Deutschland der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent erhoben wird und nicht der ermäßigte von sieben Prozent, der für gedruckte Bücher gilt. Heiko Weckbrodt

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