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TU Dresden will Elektroflitzer aus Karbon bauen

So soll der InEco aussehen. Abb.: TUD

So soll der InEco aussehen. Abb.: TUD

Dresden, 31.8.2011: Von 0 auf 100 in 7,4 Sekunden – und das ganz öko-bewusst: Die TU Dresden will bis Ende 2012 ein superleichtes Elektroauto namens „InEco“ aus Karbon konstruieren, das auch sportive Fahrer ansprechen soll. Ein erstes 1:4-Modell des Ultraleichtfahrzeugs wollen die Partner TU, Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH (LZS) und ThyssenKrupp AG auf der „64. Internationalen Automobilausstellung“ in Frankfurt am Main vom 15. bis 25. September 2011 (Halle 4.0 / Stand D24) präsentieren.

Derzeit entwickeln bereits mehrere Unternehmen wie zum Beispiel BMW Elektroautos auf Basis von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK). Mit diesem teuren, aber leichten Werkstoff soll das zentrale Gewicht-Problem von Elektroautos – je größer die Batterie, umso schwerer der Wagen und das drückt die Reichweite – gelöst werden.

Die TU und ihre Partner setzen daher in ihrem Entwicklungsprojekt auf ein integratives Konzept: Zum einen sollen parallel zur Fahrzeugkonstruktion auch Verfahren für eine preiswerte, automatisierte CFK-Produktion erforscht werden. Zum anderen konzentriere man sich – anders als andere Konstrukteure – nicht auf das „Leichtermachen“ einzelner Komponenten, sondern konstruiere das Auto von Grund auf neu nach dem Gedanken „Stahl macht CFK gefügig“. Was heißt: An jedem Punkt wird geprüft, wo Stahl zum Einsatz kommen muss und wo das leichtere Karbon oder eine Füge-Kombination beider Werkstoffe angebracht ist. Dies soll jeweils durch Crash-Tests überprüft werden.

Der Elektroflitzer soll für den städtischen Raum konzipiert und durch Lithium-Ionen-Zellen angetrieben werden. Der InEco soll maximal 900 Kilogramm auf die Waage bringen und eine Reichweite von 100 bis 150 Kilometern haben.

„Das wird aber kein Serienfahrzeug, sondern ein Demonstrator, mit dem wir der Industrie zeigen wollen, was möglich ist“, sagte Projektleiter Jens Werner von der TUD. Der „InEco“ werde indes nicht nur eine „Seifenkiste“ wie die Demonstratoren anderer Anbieter sein, sondern ein wirklich fahrendes Autos. Ausgewählte Produktionsverfahren wie die massentaugliche Leichtbaufertigung etwa von Türen oder Unterböden wolle man in Pilotlinien realisieren. Wieviel der Karbonflitzer kosten werde, könne er noch nicht sagen: „Das wird sich aber unter dem Kostenrahmen heutiger Elektroautos bewegen“, betonte Werner.  Das Projekt wird durch den Automobilzuliefer ThyssenKrupp, den europäischen EFRE-Fonds, die Sächsische Aufbaubank und die TUD finanziert. Über die Projektsumme habe man Stillschweigen vereinbart, so der Diplomingenieur. Heiko Weckbrodt

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