Wirtschaft
Schreibe einen Kommentar

45 Prozent Umsatzplus für Globalfoundries

Der Globalfoundries-Fabrikkomplex in Dresden: Die Erweiterungen (Mitte hinten) sind baulich weitgehend fertig, die Reinraumbrücken, die alle Module verbinden, sind auch schon erkennbar. Abb.: Globalfoundries

Der Globalfoundries-Fabrikkomplex in Dresden: Die Erweiterungen (Mitte hinten) sind baulich weitgehend fertig, die Reinraumbrücken, die alle Module verbinden, auch schon erkennbar. Abb.: Globalfoundries

Knapp drei Milliarden Euro für 2011 erwartet

Milpitas/Dresden, 9.8.2011. Lange gab sich „Globalfoundries“ (GF) bei harten Geschäftszahlen recht bedeckt, doch in einer Unternehmens-Präsentation für die „Semicon West“, die dem „Computer-Oiger“ vorliegt, sind nun konkrete Angaben aufgetaucht. Demnach kam der Chip-Auftragsfertiger (Foundry) im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 3,5 Milliarden Dollar (2,45 Milliarden Euro), 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Für dieses Jahr erwartet die im kalifornischen Milpitas ansässige Firma einen Umsatz um die 4,2 Milliarden Dollar (2,95 Milliarden Euro).

Ausbau in Dresden, Neubau in New York
Die Fab 8 bei New York im Bau. Abb.: GF

Fab 8 bei New York im Bau. Abb.: GF

GF entstand im März 2009 aus den ehemaligen AMD-Werken und übernahm im Januar 2010 den Konkurrenten „Chartered“ in Singapur (Umsatz 2009: rund 1,54 Milliarden Dollar). Eigentümer sind der arabische Investment-Fonds „Advanced Technology Investment Company“ (ATIC) und AMD. Weltweit hat das Unternehmen über 10.000 Mitarbeiter, darunter 3200 in seinem Leitwerk in Dresden, das momentan für rund zwei Milliarden Euro ausgebaut wird. Derzeit werden in Dresden noch rund 300 Ingenieure und Techniker gesucht (Bewerbungsportal hier). Weitere Fabriken befinden sich in Singapur, eine Mega-Fabrik in Malta im US-Bundesstaat New York wird derzeit installiert.

GF auf Platz 3 hinter Taiwanesen

Globalfoundries sieht sich mit einem Marktanteil von 13 Prozent auf dem dritten Platz unter den weltweit führenden Foundries, hinter den taiwanesischen Anbietern TSMC (Umsatz 2010: 13,3 Milliarden Dollar = 9,3 Milliarden Euro/+42 Prozent zu 2009) und UMC (Umsatz 2010: 4,34 Milliarden Dollar = drei Milliarden Euro/+ 38 Prozent zu 2009).

Der Primus: TSMC-Fab von innen. Abb.: TSMC

Der Primus: TSMC-Fab von innen. Abb.: TSMC

GF profitiert vom Branchentrend zum Foundry-Modell

Das starke Wachstum aller drei führenden Foundries spiegelt einen generellen Trend in der Mikroelektronik: Zum einen geht es nach der Krise 2008/09 aufwärts, zum anderen trennen sich immer mehr Chip-Firmen von eigenen Produktionskapazitäten und konzentrieren sich auf den Entwurf von Schaltkreisen, die sie dann in Foundries fertigen lassen. Denn mit jedem Technologiezyklus werden Chipfabriken immer teurer und diesen Kapitaleinsatz können sich nur noch die ganz Großen wie Intel oder Samsung noch leisten. Heiko Weckbrodt

Siehe auch: Heißer Stuhl bei GF Dresden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.