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DVD „High Life“: Groteske Gangster und ein ausgetickter Cowboy

Genau das, was Donnie eigentlich vermeiden wollte: Am Ende hat er eine Knarre in der Hand. Abb. (2): Koch Media

Genau das, was Donnie eigentlich vermeiden wollte: Am Ende hat er eine Knarre in der Hand. Abb. (2): Koch Media

Eigentlich ein sauberer Plan, den sich der schlaue Dick (Timothy Olyphant) da ausgedacht hat: Durch eine Kette bloßer Tricksereien eine Bank ausrauben, ohne dass ein Tropfen Blut fließt und am Ende hat man ein paar Milliönchen in der Tasche – genug, um „ein bisschen Selbstachtung“ zurückzugewinnen, exzessiven Drogenkonsum fortan selbst finanzieren zu können, ohne noch mal schnorren zu müssen.

Doch am viel geprobten Tag X geht dann alles schief, was schief gehen kann: Der irre Bug hat ein paar Knarren mitgebracht, der schöne Donnie flirtet mit den Bankdamen und der zerstreute Billy muss ständig aufs Klo. Am Ende läuft ein Möchtegern-Cowboy Amok und hinterlässt eine Spur von Toten.

„High Life“ wandelt sichtlich auf den Spuren von Guy Ritchies Gangstergrotesken „Bube, Dame, König, Gras“ oder „Snatch“, setzt aber auch eigene, fast surreale Akzente (Was macht das Pferd im Wohnzimmer?). Er habe eben schon immer mal ein Heist-Movie (Banküberfall-Film) drehen wollen, erklärt Regisseur Gary Yates in der Bonussektion der nun erschienenen DVD. Gefolgt ist er dabei übrigens auch einem anderen Ritchie-Trend (man denke nur an „Rock N Rolla“): Yates verlegte seinen Bankraub ins Jahr 1983, in die Zeit, als Bankautomaten gerade erst im Kommen und noch leicht zu überlisten waren.

Obgleich man an jeder Ecke die Vorbilder durchschimmern sieht, hat „High Life“ seinen eigenen Schmiss – das guckt man sich gerne an. Heiko Weckbrodt

„High Life“ (Koch Media), Gangstergroteske, Kanada 2009 (DVD: 2011), R.: G. Yates, P 16, DVD zehn, Bluray 13 Euro

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