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Filmkritik „Up in the Air“ mit George Clooney als Profikündiger

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Amerika aus der Vogelperspektive

Eigentlich gibt es über Ryan Bingham (George Clooney) nichts Besonders zu berichten. Er ist Workaholiker und wenn er zwischen einem Aufenthalt bei ihm zu Hause oder seinem nächsten Auftrag wählen könnte, würde er sich immer für den nächsten Auftrag entscheiden. Doch zum Glück muss sich Ryan in den heutigen Zeiten, in denen viele Firmen in Amerika in die Pleite gehen, diese Frage selten stellen. Ryan ist nämlich professioneller Kündiger. Er wird immer dann gerufen, wenn sich das Unternehmen nicht traut, das Personal zu feuern. Doch Ryan treibt auch noch etwas anderes an.


up-in-the-air-filmkritik-miniDurch seinen Job und als begeisterter Flieger flog er alleine im letzten Jahr  350.000 Meilen. Sein Ziel ist die 10-Millionen-Grenze. Dann würde er von seiner Fluggesellschaft eine Belohnung erhalten, eine Partnerkarte, die nicht einmal zehn Menschen auf diesem Planeten besitzen. Ryan wäre dadurch automatisch Mitglied einer Elite, dessen Anzahl kleiner wäre als die Anzahl der Menschen, die den Mond besucht hätten, wie Ryan den wenigen Menschen berichtet, die er in sein kleines Geheimnis einweiht. Doch dieses Ziel rutscht in weite Ferne, als Ryan erfährt, sein Job werde umstrukturiert.

Der Grund für diese Umstrukturierung ist Natalie Keener, eine junge Absolventin der Cornell-Universität. Natalie rechnet knallhart mit Zahlen und erklärt dem Unternehmen, wie es in wenigen Monaten 85 Prozent der Reisekosten einsparen könnte. Nach ihren Vorstellungen würden die Menschen in Zukunft über moderne Kommunikationsmittel gekündigt werden, also über Videotelefonie. Für Ryan ist diese Vorstellung ein Graus, zumal er nebenbei auch noch eine Flugaffäre am Laufen hat.

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Alex Goran heißt seine neue Bekanntschaft und auch wenn Ryan immer behauptet, alleine zu leben wäre besser, ändert sich durch die häufigen Treffen allmählich seine Einstellung. Nichts läge aus diesem Grund näher, als sich die blutjunge Absolventin Natalie zu schnappen und ihr die Welt da draußen näher zu bringen und vielleicht dadurch die neuen Ansätze zu entschärfen, um die alten Gewohnheiten beizubehalten oder entweder die letzten Momente mit Alex zu genießen.

Up in the Air – Meinung

Eine Frage habe ich mir nach dem Film immer wieder gestellt: Besitzt der Film ein Happy End oder doch nicht? Eine Kernfrage, die sich sicherlich jeder am Ende des Filmes stellen wird. Denn eins bringt der Film schön auf den Punkt: die derzeitigen Veränderungen, mit denen sich unsere Gesellschaft auseinandersetzt. Modernes kollidiert mit Althergebrachtem. Veränderungen zerstören Gewohnheiten. Und scheinbar befindet sich alles im Wandel und keiner weiß, wohin dies führen wird.

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Ein Beispiel wäre die Vorstellung von Natalie Keener, die mit ihren Kosteneinsparungen dem Unternehmen neue Gewinne bescheren möchte. Der Vorstand ist darüber natürlich begeistert, doch Ryan Bingham zeigt an wenigen Beispielen, welche Gefahren diese neuen Ideen mit sich bringen könnten. Viele der Mitarbeiter würden sich allerdings sehr über diese Veränderungen freuen, könnten sie dadurch in Zukunft mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. Wirtschaftlichkeit kollidiert an dieser Stelle mit Menschlichkeit und Familienfreundlichkeit kollidiert mit Wirtschaftlichkeit. Welchen Weg soll man in Zukunft einschlagen und kann man sich überhaupt ein solches Experiment leisten, der auch den Untergang des Unternehmens bedeuten könnte?

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Der Film ist ohne Altersbegrenzung, denn diese Worte dürften nur Erwachsene verstehen.

Dies ist nur eine der Fragen, die in dem Film ganz nebenbei mit abgehandelt werden und doch elementar zu Handlung beitragen. Im Fokus steht dabei immer die Person des überzeugten Singles Ryan Bingham, der fest an sich glaubt. Seine Denkansätze wirken provozierend auf Natalie, die eine ganz andere Vorstellung vom Leben hat. Dadurch kommt es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten, die dem Film eine interessante Würze verleihen. Wie im echten Leben bewirken diese interessanten Denkansätze eine persönliche Veränderung, die auch die Ansichten von Ryan aus dem Rahmen werfen. Und am Ende des Films stellt man sich dann erneut die Frage „War dies jetzt ein Happy End oder doch nicht?“ Autor: Ronny Siegel

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